Klaus Gagel, langjähriger freier Mitarbeiter des Fränkischen Tags, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

Das öffentliche Leben im Landkreis Lichtenfels , an dem Klaus Gagel in vielerlei Funktionen maßgeblich beteiligt war, verliert mit ihm einen Macher, jemanden, der eher für Taten als für Worthülsen stand, jemanden, bei dem Intellekt, Empathie und Verlässlichkeit eine Symbiose eingegangen sind.

Es gibt wohl kaum jemanden in der Region, der das Zeitungskürzel „kag“ nicht kennt. Über viele Jahrzehnte stand dieses für journalistische Qualität oder aussagekräftige hochwertige Fotos . Dem öffentlichen Leben, an dem Klaus Gagel in vielerlei Funktionen beteiligt war, fehlt von nun an ein tragender Eckstein.

Leidenschaft Handball

Dass der regionale Handballsport in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfahren hat, lag vor allem an Klaus Gagel. Ausgestattet mit einem übergroßen Teleobjektiv stand er zunächst bei seinem Stammverein, dem TV Michelau, seit Anfang der 90er Jahre, später bei allen heimischen Vereinen, stets direkt neben dem Handballtor. Da gibt es ja schließlich die besten Schnappschüsse. Und dieses Bestreben, aus allem immer das Beste herauszuholen, zog sich durch sein ganzes Leben.

Musterschüler am Meranier Gymnasium , Studium der Fächer Biologie und Chemie für das Lehramt an Gymnasien , Studienrat und bald jüngster stellvertretender Direktor Oberfrankens am Gymnasium Burgkunstadt .

Viele Schülergenerationen durften ihn als hochkompetenten Naturwissenschaftler erleben, ehe ihn der Ruf auf den Posten des Oberstudiendirektors an das Caspar-Vischer- Gymnasium in Kulmbach ereilte, das er bis zu seinem Eintritt ins Pensionsalter leitete.

Sein charakterlicher Steckbrief ist schnell erzählt und liest sich wie das Kaleidoskop eines gelungenen Lebens: zielstrebig, technikaffin, strukturiert, klar im Wort, ein Familienmensch, geerdet, kulturellen Dingen gegenüber aufgeschlossen, sportlich, augenzwinkernd humorvoll, ohne verletzend zu sein.

Leidenschaft für Fotografie

Man kommt jedoch nicht umhin, seine Leidenschaft zur Fotografie besonders zu erwähnen, der er schon in jungen Jahren frönte und diese stets mit technischen Neuerungen optimierte.

Sein Foto eines fliegenfangenden Frosches, das bundesweit Eingang in viele Biologieschulbücher gefunden hat, brachte ihn dann endgültig in den erlauchten Kreis der renommierten deutschen Tierfotografen.

Fortan wurde die Kombination aus seinen journalistischen und fotografischen Qualitäten zu seinem Markenzeichen, so dass er nicht nur der Michelauer Lokalreporter wurde, sondern auch der Vorsitzende der Jury des alljährlichen „Blende-Fotowettbewerbs“.

Klaus Gagel hat mit all diesen unterschiedlichen Rollen und Facetten seiner Persönlichkeit bravourös jongliert. Ein spanisches Sprichwort lautet: „Wer gut sät, erntet gut!“ Klaus Gagel hat gut gesät und Spuren hinterlassen. Stefan Voll