Der Mitgliederversammlung des Caritasverbandes für den Landkreis Lichtenfels in der katholischen Kirche St. Michael in Redwitz ging unter der Leitung des bisherigen Vorsitzenden Günter Dippold eine außerordentliche Mitgliederversammlung voraus, die die Beschlussfassung einer neuen Satzung zum Ziel hatte. Im Wesentlichen wurde mit einem Aufsichtsrat ein neues Organ eingeführt.

Der Vorstand kann künftig aus zwei bis drei Mitgliedern bestehen, wobei die hauptamtliche Geschäftsführung vom Aufsichtsrat bestellt und die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Thomas Geldner trug den Jahresbericht des Caritas-Kreisverbandes für das Jahr 2019 vor. Er ging auf einige wichtige Abteilungen der Caritas ein. So wurden bei dem im Bereich der sozialen Beratung angesiedelten Projekt „Meilenstein“ 118 straffällige junge Menschen betreut, die 4195 Sozialstunden ableisteten. Zusätzlich konnten 19 Personen von einer Kooperation mit dem Jobcenter profitieren. Ebenfalls als Teil der sozialen Beratung leistete die Flüchtlings- und Integrationsberatung gleich 441 Mal Hilfe in Problemlagen, während die Jugendsozialarbeit in 750 Fällen tätig wurde. Die Mitarbeiter der Erziehungsberatung, deren Leiter Albert Kempf 2019 in den Ruhestand ging und dem Nikolas Auer nachfolgte, halfen in 555 Fällen bei Erziehungsfragen und Familienkonflikten, frühkindlichen Problemen, Entwicklungsauffälligkeiten oder psychosomatischen Symptomen. Auch 2019 sei der Bedarf an Hortplätzen sehr hoch gewesen, unterstrich Geldner. So betreute die Caritas im Hort der Dr.-Roßbach-Grundschule 84 Kinder , im Adam-Riese-Kinderhort in Bad Staffelstein 88 Kinder und im Kinderhort Lautergrund in Uetzing 20 Kinder . Die größten Einrichtungen seien die Sozialstationen an den drei Standorten in Lichtenfels , Burgkunstadt und Bad Staffelstein, betonte Thomas Geldner.

Neben den klassischen Aufgaben der Behandlungspflege und der Pflege versorgte die Caritas viele Menschen mit hauswirtschaftlichen Diensten und übernahm Betreuungsleistungen. Dabei erwiesen sich die Horte und vor allem die Sozialstationen als finanzkräftige Einrichtungen, ohne die die defizitären Einrichtungen nicht zu stemmen wären. Abschließend lobte Thomas Geldner die Professionalität, mit der die 190 Mitarbeiter auftretende schwierige Situationen meistern.

Nachfolgend stellte Verwaltungsleiter Philipp Gernlein die Haushaltsrechnungen 2018 und 2019 vor. Für das Jahr 2018 habe sich ein Überschuss von 194 500 Euro ergeben, ein sehr gutes Ergebnis für einen Wohlfahrtsverband , wie er feststellte. Der Fehlbetrag von 605 600 Euro für das Jahr 2019 sei durch die erstmalige Einbeziehung der Rückstellungen für Überstunden entstanden, ohne diese Maßnahme hätte sich ein Plus von 151 600 Euro ergeben. Als Hauptausgabeposten erwiesen sich natürlich die Personalkosten, die stärker stiegen als das Umsatzwachstum, da sich die Pflegeentgelte schleppender als die tariflichen Leistungen erhöhen würden. Die Neuwahl des ehrenamtlichen Vorsitzenden erfolgte nach der neuen Satzung, deren Modalitäten der bisherige Vorsitzende Günter Dippold erläuterte. So habe sich der Vorstand darauf verständigt, einen ehrenamtlichen und einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu küren. Die Wahl des hauptamtlichen Geschäftsführers obliege dem noch zu bestimmenden Aufsichtsrat und sei deshalb nicht Gegenstand der Versammlung. Auf der Tagesordnung stehe die Wahl eines ehrenamtlichen Mitgliedes . Die Wahl erfolge auf die Dauer von fünf Jahren, eine dreimalige Wiederwahl sei möglich. Dippold schlug für das Amt des ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedes Gerhard Mahr aus Isling vor, der auch automatisch Vorstandsvorsitzender sein wird. Mahr, der unter anderem als langjähriger Kirchenpfleger der Pfarrei Isling bekannt ist, erhielt das einstimmige Votum der Mitglieder . Der Caritas-Geschäftsführer Thomas Geldner leitete die Wahl des Aufsichtsrates. Der bisherige Vorsitzende Günter Dippold und der bisherige 2. Vorsitzende , Dekan Lars Rebhan, wurden einstimmig, der ehemalige Pastoralreferent Peter Lachner und Anja Hülsemann bei einer Gegenstimme gewählt. Zwei weitere Mitglieder kann noch der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg nach Anhörung des Vorstands des Verbandes ernennen. Die maximal mögliche Besetzung des Aufsichtsrats liegt bei neun Mitgliedern . Zum Schluss überreichte Thomas Geldner dem ausscheidenden Vorstandsmitglied Barbara Mahr ein Blumenpräsent. Alfred Thieret