Es war zwar ein langer Weg, der auch unzählige Planungen erforderte, dennoch kann am Sonntag, 10. Oktober, in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Strössendorf-Altenkunstadt wieder ein ganz besonderes Ereignis gefeiert werden: die Erinnerung an die Einweihung der Kreuzbergkirche von Altenkunstadt vor genau 50 Jahren. Aus diesem Anlass findet um 10 Uhr ein Festgottesdienst in dieser Kirche statt.

Schon vor vielen Jahrhunderten bestand in Strössendorf bereits eine evangelische Kirchengemeinde , wofür auch heute noch die Pfarrkirche St. Katharina ein sichtbares Zeichen ist. Selbst wie in dem bekannten Kirchenlied „Eine feste Burg ist unser Gott“, das in Anlehnung an des Psalm 46 von keinem Geringeren als Martin Luther geschaffen wurde, hielt das Kirchlein zusammen mit dem markanten Schloss von Strössendorf seine Wacht am Mainufer und überstand selbst so schwierige Epochen wie die Zeiten der Reformation . Und dennoch, die evangelischen Gläubigen von Altenkunstadt , die viele Jahre die Kirche in Strössendorf besuchten und sich auch in der heutigen Grundschule zu den Gottesdiensten zusammenfanden, hegten bald den Wunsch, im eigentlichen Hauptort der Gemeinde ein evangelisches Gotteshaus zu besitzen.

Wesentliche Initiativen gingen dabei von der evangelischen Frauenhilfe aus, die mit Unterstützung der Mitgliederfrauen aus Weismain vor genau sechzig Jahren gegründet wurde. Sie äußerten bald ihr Anliegen, dass „eine eigene Kirche mit Versammlungsraum auch in Altenkunstadt geschaffen werden möge“. Seelsorger war damals Pfarrer Adolf Müller , der eine neue Pfarrstelle in Melkendorf übernahm und dessen Aufgaben vom neuen Pfarrer Leonhard Meyer fortgeführt wurden.

Es dauert dann gerade einmal ein Jahr und schon gründete sich ein „Freundeskreis für den Kirchenbau Altenkunstadt “. Deren Mitglieder verpflichteten sich, regelmäßig einen monatlichen Beitrag für den Kirchenbau zu leisten. Zwar konnte bald über einen ersten Planvorschlag diskutiert werden, doch entwickelt sich dies als eine lange und zeitraubende Etappe. Vielen schien dieses Kirchenkonzept „als zu modern“, und obwohl zwischenzeitlich bereits ein Bauplatz im Neubaugebiet „Rinnig“ erworben wurde, gingen die Diskussionen, meist mit einem größeren Kreis in der Gastwirtschaft „Mainbrücke“ weiter. Immer wieder wurden vom Architekten Theodor Hensler (München) neue und geänderte Vorentwürfe gefordert, die andererseits auch den Vorgaben des Landeskirchenrates in München entsprechen mussten. Dann kam noch hinzu, dass sich die Kirchenverantwortlichen entschieden, den ursprünglichen Bauplatz aufzugeben – zugunsten eines Standorts an der Woffendorfer Straße. Mittlerweile waren der Raumbedarf und die Planungen des gesamten Gemeindezentrums auch von der evangelischen Landeskirche genehmigt worden, so dass der Bauplan in Auftrag gegeben werden konnte.

Es war der 10. Mai 1970, als unter einer lebhaften Beteiligung zahlreicher Gäste, Gemeindeglieder und vor allem der evangelischen Christen die offizielle Grundsteinlegung feierlich begangen wurde. Nachdem Dekan Wilhelm Mädl die ersten Hammerschläge vollzogen hatte, wurde die Urkunde in ein Kupfergefäß eingelötet. Der Posaunenchor von Strössendorf und ein Kinderchor unter der Leitung von Oberlehrer Siegfried Jachmann bereicherten die Feierstunde, wobei auch Bürgermeister Georg Böhmer sowie Pfarrer Leonhard Meyer und sein Vorgänger Pfarrer Adolf Müller prägende Worte an die Festversammlung richteten; ein Gemeindeabend in der Grundschulturnhalle beschloss diesen festlichen Tag. Bezeichnend dabei, dass zu diesem Zeitpunkt die Gemeindeglieder bereits 35 000 D-Mark an Spendengeldern zusammengetragen hatten.

Und die Bauarbeiten gingen zügig voran, so dass schon am 27. August 1970 Richtfest gefeiert werden konnte; die ersten Kirchenglocken trafen knapp ein Jahr später aus Heidelberg ein, die den Namen der Apostel Matthäus, Lukas, Johannes und Markus trugen.

Am 10. Oktober 1971 konnte schließlich die evangelisch-lutherische Kreuzbergkirche eingeweiht werden, wobei ein Wunsch vieler Mitchristen, insbesondere der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde , in Erfüllung ging. Fortan entwickelte sich am Kreuzberg in Altenkunstadt ein lebhaftes Gemeindeleben.

Nachdem am kommenden Wochenende die Kirchweih der „Evangelischen Kreuzbergkirche“ gefeiert werden kann, wird der Festgottesdienst am Sonntag natürlich einen ganz besonderen Stellenwert einnehmen.