Bei ihrer jüngsten Fraktionssitzung diskutierten die Stadträte von Bündnis 90/Die Grünen über den Stand der Anträge, die von der Fraktion in der neuen Periode gestellt wurden. Diese Anträge konzentrieren sich auf Klimaschutz , Klima-Anpassung und Erhaltung der biologischen Vielfalt . Der erste Antrag lautete auf Errichtung eines „Täuflingswaldes“: Für jedes neugeborene Lichtenfelser Baby soll, sofern von den Eltern gewünscht, im Stadtgebiet ein Baum gepflanzt werden. Dabei wurde die Anlage von Streuobstwiesen favorisiert.

Inzwischen hat die Stadt geeignete Flächen für den „Täuflingswald“ in der Nähe des BRK-Altenheimes und bei Rothmannsthal gefunden. Diese sind zum Teil noch von der Stadt zu erwerben, berichtete Siegbert Koch von der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. 2022 könnten erste Bäume gepflanzt werden.

Am 16. März wurde vom Bauausschuss der Antrag auf Energie-Contracting angenommen. Dabei plant, realisiert und finanziert ein externer Dienstleister Maßnahmen, um den Energieverbrauch einer Anlage und damit die Energiekosten zu senken. Für seine Dienstleistungen und Investitionen erhält er als Vergütung einen Teil der Kosteneinsparung . In Lichtenfels soll dieses Modell aktuell auf die noch nicht auf LED-Technik umgerüsteten Straßenlampen angewendet werden. Bei derselben Sitzung des Ausschusses wurde auch der Antrag auf Erstellung eines Grünflächenkonzepts für das Stadtgebiet behandelt, eine Sache, die der Fraktionsvorsitzenden Susann Freiburg zum Schutz der Gesundheit der Bürger besonders wichtig ist. Die Erfassung und Bewertung der städtischen Grünflächen soll laut Beschluss des Ausschusses über das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept erfolgen.

Im Juni wurde ein Antrag der Grünen auf Umstellung des Beschaffungswesens hin zu mehr Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit positiv aufgenommen. So sollen auch die eine Million Blätter Kopierpapier auf nachhaltigere Beschaffung umgestellt werden – allein das könnte pro Jahr das Holz von rund 22 großen Bäumen einsparen, betont Christine Schmidt.

Offen sind bislang noch zwei Anträge, zum einen der Antrag auf Erstellung eines kommunalen Wärme-Atlasses. Im gewerblichen Bereich bleibt die Abwärme von Maschinen oder Produktionsprozessen ungenutzt, während in nächster Nachbarschaft vielleicht eine Menge Öl zur Wärmeerzeugung verbrannt wird. Optimal sind Wärmenetze, die Verbraucher und Erzeuger verbinden. So könnte der Ausbau eines Nahwärmenetzes im Stadtteil Buch sinnvoll sein, da dort bereits eine große Biogasanlage betrieben wird. Im Wärme-Atlas sollen alle ungenutzten Wärmequellen im Ortsgebiet erfasst werden. Zum anderen wurde die Einstellung eines städtischen Klimaschutzbeauftragten beantragt. Für die Grünen ist es an der Zeit, dass der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zum Thema „ Klimaschutz “ fasst und damit die Dringlichkeit der Reduktion von Treibhausgasen hervorhebt. red