„Was nutzt mir die schönste Flasche Bier, wenn ich keinen Bieröffner habe?“ Das fragte sich Schulleiterin Lydia Münch vom Gymnasium Burgkunstadt mit Blick auf das Motto des diesjährigen Abiturjahrganges („A Bier-Tour“), der am Freitagnachmittag in der Obermain-Halle verabschiedet wurde.

Ihre rhetorische Frage münzte sie auf die Schule um. Der schönste Berufswunsch nütze nichts, wenn das nötige Handwerkszeug dazu fehle. Das hätten sich die 73 Frauen und Männer mit dem Abitur erarbeitet, so die Rektorin. „Mit diesem Flaschenöffner steht euch die Welt offen und ihr könnt euren Traum leben“, sagte Münch und hielt symbolisch einen solchen in die Höhe.

Mit dem Abitur kann Christin Richter aus Burgkunstadt ihren Traum vom Pharmaziestudium verwirklichen. Die 18-Jährige zählt zu dem Quintett, das mit der Traumnote 1,0 glänzte und mit Preisen bedacht wurde. „Ich möchte das Grundwissen, das ich mir am Gymnasium in den Fächern Biologie und Chemie erarbeitet habe, einsetzen, um an der Entwicklung neuer Medikamente zum Wohle der Menschheit mitzuwirken“, begründet die junge Dame ihren Studienwunsch. Das Bedürfnis, anderen Menschen zu zeigen, welch tolle Begabungen in einem stecken, habe sie dazu angespornt, zur Einserschülerin zu werden.

Die Abiturienten in der Region halten

Über die Traumnote 1,0 freuten sich auch Anna Barnickel aus dem Burgkunstadter Ortsteil Mainklein, Annika Hümmer aus dem zu Weismain gehörenden Dorf Görau, Hannah Pensel aus Eben bei Burgkunstadt und Ann-Sophie Redinger aus Altenkunstadt. Eva-Maria Zirkelbach, die zusammen mit Julia Hoffmann und Thomas Keberlein, die Abiturrede hielt, griff das Schülermotto, das sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog, ebenfalls auf. Die Schülerin stellte selbstbewusst und stolz fest: „Durch unser eigenes Reinheitsgebot, bestehend aus Fleiß, Ausdauer, Humor und Freundschaft, können wir unser lang ersehntes Ziel ‚Die Goldene Auszeichnung‘ in Empfang nehmen.“

Der Heimat verbunden bleiben

Stellvertretender Landrat Helmut Fischer ermunterte die jungen Leute, weiterhin Kontakt zu ihrer Heimatregion mit ihren vielen attraktiven Arbeitsplätzen zu halten, und Bernarda Callens vom Elternbeirat zu gesellschaftlichem Engagement. Die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß bescheinigte ihnen, eine „reife Leistung“ hingelegt zu haben. Aus quirligen oder zurückhaltenden Fünftklässlern wurden selbstbewusste, engagierte junge Leute – dieses Bild zeichnete Oberstufenkoordinatorin Christina Schott. Hanna Backert, Christoph Beck und Laurenz Partheymüller von der Schülermitverwaltung verabschiedeten sich von ihren ehemaligen Schülersprechern Thomas Keberlein und Zacharias Mirwald mit Geschenken. Die Absolventen sangen „nach zwölf Jahren Stärke fürs Leben antrinken“, wie es Thomas Keberlein in seiner Abiturientenrede wörtlich formuliert hatte, freudestrahlend und schmissig „Wir ham unser Abitur“ und voller Wehmut: „Es ist Zeit für uns zu gehen, wenn es am Schönsten ist.“