"Ein richtiger Pfundskerl, auf den man sich immer verlassen kann", schwärmt der eingefleischte Lichtenfelser Christian Lurz von Lukas Tomaszek und ergänzt, "sowohl auf, als auch neben der Matte". Sein Bruder Johannes Lurz, als Freistilringer oft Tomaszeks Übungspartner, "trainiert sehr gerne mit ihm" und betont seinen Ehrgeiz und die Eigenschaft, gerne über die eigenen Grenzen zu gehen. Auch in Zukunft werden beide mit dem 20-jährigen trainieren können, denn Tomaszek hat auch für die Saison 2021 bei den Eagles , dem Ringer-Bundesligisten AC Lichtenfels , unterschrieben.

Seit er zur Saison 2018 an den Obermain wechselte, hat sich der junge Bamberger in die Mannschaft integriert. Tomaszek ist innerhalb kürzester Zeit ein wichtiger Teil des Vereins geworden. Schon vor seinem Wechsel stand er in engem Kontakt zum AC Lichtenfels . Bei jedem Training konnten man sich sicher sein, dass Tomaszek auf der Matte, im Kraftraum oder unter dem Basketballkorb schwitzt. Ein Engagement, das nicht nur seine Trainingspartner schätzen.

Fünfmal vertraute der Verein in der Bundesligasaison 2019 auf den damals 19-Jährigen und erlaubte dem aufstrebenden Bamberger Erstligaluft zu schnuppern. Rückblickend war diese Saison für Tomaszek "sehr hart". Gleichzeitig aber eine ebenso wichtige, wie positive Erfahrung. Vor allem zu spüren, "welcher Wind in der ersten Liga weht", war ihm wichtig. Dass die Saison kein Zuckerschlecken werden würde, war dem Bamberger klar, daher ging er mit dem Ziel, keine "Vier" abzugeben, in die Kämpfe - was er auch erreichte. Eines seiner fünf Duelle gewann er sogar und das gegen einen namhaften Bundesliga-Veteranen. Diesem Sieg sollen nun noch viele folgen.

Die Verantwortlichen des AC Lichtenfels freuen sich, Tomaszek auch in der nächsten Saison in den eigenen Reihen zu wissen. Damit steht neben Hannes Wagner ein weiterer Ringer aus der Region als Teil der ersten Mannschaft fest.

"Ich bin hier integriert", sagt Tomaszek über seine Entscheidung und schätzt das ganze Team, in dem er sich "fast wie in einer Familie" fühlt. Die Krisensituation nennt er als Beispiel.

Gegenseitige Motivation

Der feste Kern halte zusammen und den Kontakt zueinander. "Wir helfen uns gegenseitig Tag für Tag, den inneren Schweinehund zu überwinden und auch ohne Training am Schützenplatz an die Grenzen zu gehen." Gleichzeitig sieht er aber auch, dass er "stark gefordert" wird und wertschätzt, dass ihm so viel Aufmerksamkeit zuteil werde.

Unterstützung, mit der Tomaszek auch in Zukunft hofft, seine sportlichen Ziele zu erreichen. Neben den Erfolgen der Mannschaft, zu denen er seinen Teil beitragen will, ist eine Medaille bei den deutschen Meisterschaften ein großes Ziel. Dieses schien im vergangenen Jahr zum Greifen nah. Nach dem Titelgewinn bei der "Bayerischen" war Tomaszek in Topform und brannte auf die deutsche Meisterschaft der Junioren, bis die Pandemie die Medaillenhoffnungen beendete.

Der nächste Anlauf im Männerbereich wird ungleich schwerer. Nichtsdestotrotz will er sich in der 71-Kilo-Klasse sein Ticket für die "Deutsche" sichern.

Bevor das jedoch Thema sein kann, muss es erst einmal zurück auf die Matte gehen. Darauf fiebert der Freistiler hin. Im Herbst beginnt die neue Bundesliga-Saison mit dem ACL. Dann aber in drei statt bisher vier Staffeln. In einer ausgeweiteten Play-off-Runde wird die Meisterschaft ausgekämpft. Bis es soweit ist, hält sich Tomaszek abseits der Matte fit.

Freie Zeit für Fortbildung genutzt

Die Zeit, die sich der Bamberger unter den aktuellen Umständen spart - alleine ein bis zwei Stunden Fahrzeit pro Trainingstag - investiert er in seine Zukunft, seinen Beruf und eignet sich Fähigkeiten neben dem Job an. Kurzum: Er arbeitet an sich. Dazu braucht er keine Halle, Stoppuhr oder Trainer, der ihn motiviert.