Zum inzwischen Tradition gewordenen „sozialpolitischen Buß- und Bettag“ in der Region luden die evangelische Kirchengemeinde Schney, katholische Betriebsseelorge, Diakonie , die Mitarbeitervertretung im Dekanat Michelau sowie der Lichtenfelser DGB- Kreisverband in die evangelische Kirche St. Marien nach Schney ein.

Schon im 19. Jahrhundert, so die Organisatoren, habe die Obrigkeit den Buß- und Bettag eingeführt, um öffentlich über Fehlentwicklungen nachzudenken und Impulse für eine friedliche sowie gerechte Zukunft zu setzen. In dieser Tradition bilde der Buß- und Bettag einen Tag der gemeinsamen Besinnung und des Nachdenkens über eine menschenwürdige Entwicklung unseres Zusammenlebens. Im Jahr 1995 wurde der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Tag gestrichen. Grund war die Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung . Die Mehrbelastung auf Arbeitgeberseite sollte mit Mehrarbeit ausgeglichen werden.

Das diesjährige Motto des sozialpolitischen Buß- und Bettags lautete „Alles wieder gut?“ Dabei wurde die aktuelle Situation der Arbeitswelt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in den Blick genommen. Im Rahmen des sozialpolitischen Gottesdienstes mit Pfarrerin Tanja Vincent wurde klar, dass nicht alles wieder gut sei, mit Gott aber der Mut gemacht werde, immer noch einen Schritt vorwärts zu gehen. Es gab Zeit zum Nachfragen und Klagen. In der Erzählung der Schöpfung ordnet Gott Schritt für Schritt das „Tohuwabohu“ und kann am Ende feststellen: Siehe, es war sehr gut. In kleinen Schritten sollte Gutes erreicht werden und nicht alles auf einmal gewollt werden. Zumindest sei dann bald wieder mehr gut, als es gerade ist. red