Das Patronatsfest der katholischen Pfarrgemeinde Marktgraitz wird größer als sonst üblich und vor allen Dingen bewusster gefeiert. Im Lauf der Jahrhunderte bildete sich der Brauch heraus, eine Kirche nicht nur nach einem bestimmten Heiligen oder Märtyrer zu benennen, sondern ihr ein Glaubensgeheimnis, z. B. die heiligste Dreifaltigkeit oder Christus als Erlöser, als Titel zu geben. Die jährliche Feier heißt dann Titularfest. Dies wird in Marktgraitz praktiziert, denn das Patrozinium der Pfarrei ist der „Heiligsten Dreifaltigkeit“ gewidmet.

Was die Rose auf der Stele bedeutet

Nach dem Festgottesdienst wurde der Friedhof besucht und so der Vergänglichkeit des Lebens gedacht. Dabei segnete Dekan Lars Rebhan auch das neu entstandene Urnengräberfeld. Dies ist eine gelungene, dem Friedhof angepasste Anlage der Firma Müller aus Beikheim. Er erklärte die in der Mitte stehende Stele. Sie ist mit einer Rose verziert, die den Stein optisch aufbricht und sinnbildlich für das erblühende Leben bei Gott steht. Eine Sitzbank dient dem Verweilen beim Gedächtnis an die Verstorbenen . Die angebrachten Blumen sind als Zeichen des Lebens nach dem Tod zu sehen.

Ein Dank galt dem Organisten Fabian Brand, der Familie Gesslein und der Blaskapelle Marktgraitz , welche den Gottesdienst in der Kirche und die Andacht auf dem Friedhof feierlich ausgestalteten. Auf Nachfrage erklärte Kirchenratsmitglied Max Seubold, dass die Verwaltung des Friedhofs in Marktgraitz nicht wie in den meisten anderen Orten von der Kommune bestritten werde. Dies liege in Marktgraitz in den Händen der katholischen Pfarrgemeinde , die deshalb auch die Kosten für das neue Urnengräberfeld tragen müsse. Für so einen Bestattungsmöglichkeit bestehe auch deshalb Bedarf, weil etliche Hinterbliebene ein herkömmliches Grab nicht pflegen wollten.

Um die Stele herum sind acht Felder für Doppelurnengräber mit Steinplatten; dann folgt der Weg um die Stele. Außen sind zweimal drei Felder, in die jeweils sieben Urnen eingelassen werden können – also insgesamt 42 Urnengräber, die jeweils mit einer runden Steinplatte abgedeckt werden. An jedem Urnengrab wird nach der Bestattung der Name des Verstorbenen angebracht. Eingefasst ist das Ganze mit kleinen Buchsbäumchen. Reservierungen von Gräbern sind möglich.