von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Lichtenfels — Eine Lohnbuchhalterin, ein Metzger, eine Krankenschwester, eine Betreiberin eines Bräunungsstudios, ein Rechtsanwalt - gemischter kann Interesse nicht auftreten. Ein Dutzend Frauen und Männer zog es kürzlich ins Myconiushaus. Ihr Glaube: Lichtenfels braucht mehr Theater.
Daniela Günther und Frank Ziegler waren gespannt. Nicht nervös, aber neugierig gespannt. Ob ihr Aufruf in der Zeitung wohl etwas bewirken würde? Ob sich wirklich Menschen für die Gründung einer Lichtenfelser Laienschauspielgruppe (LiLa) finden lassen? Die Beantwortung dieser Frage fällt für die beiden lokalpolitisch interessierten Lichtenfelser auch in eine Zeit, in der ohnehin viel von Engagement, Initiative und neuen Wegen gesprochen wird. So warteten sie im Obergeschoss des Myconiushauses, um Menschen in Augenschein zu nehmen, die sich von dem Angebot angesprochen fühlen könnten. Und die kamen. "Mit sechs Personen habe ich gerechnet, dass es mehr wurden, finde ich super", sagt Ziegler. Er war es, der den Interessierten seine Vorstellungen und Pläne zu vermitteln suchte: Boulevardstücke, ein wöchentliches Treffen, möglicherweise Probenwochenenden und Schauspielkunst - wenn gewollt - nach der speziellen Methode von Lee Strasberg.
"Das erste Stück ist im nächsten Herbst, da möchte ich gerne einen Auftritt haben", so Ziegler zum Fahrplan für die erste Aufführung. Einen "unglaublich tollen Impuls" findet Jutta Westphal das Vorhaben. Die Lichtenfelserin hat, wie manch anderer in der Gruppe, schon Schauspielerfahrung, wenn auch nur in der Kindheit.

Ein Finger geht nach oben

Die Mehrzahl der Gekommenen möchte schauspielerisch wirken, aber es gibt auch Bedarf an Technikern, Beleuchtern oder gar jemandem, der sich mit Marketing auskennt. Auch hier ging ein Finger nach oben und eine Aufgabe kann zugewiesen werden.
Einen Anspruch hat Ziegler auch formuliert: "Wenn ich schon Kultur für Lichtenfels betreibe, dann für einen Appel und ein Ei", äußerte er sich in Bezug auf anfallende Kosten für das Ensemble. Er hofft, mit "LiLa" würdige Bühnen auf Basis eines Entgegenkommens bespielen zu können. In einer Kneipe hinten links möchte er "LiLa" nicht sehen. Unterstützung allgemeiner Art, aber nachhaltig formuliert, wurde "LiLa" von Bürgermeister Andreas Hügerich signalisiert, dessen Brief Daniela Günther den Versammelten zeigte.
Die werden bald auf demokratische Art und Weise über das erste aufzuführende Stück beraten. Sechs sollen zur Auswahl stehen und im kommenden April beginnt die heiße Phase.