Wegen der ungünstigen Witterung musste in Höchstadt die am Lichtmesstag übliche Segnung der Kerzen in die Stadtpfarrkirche verlegt werden. Doch gleichwohl beteiligten sich allein 100 Kinder an der Lichterprozession durch die dunkle St.-Georgs-Kirche, wie die stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lisa Brinkel zu berichten wusste, die die Verteilung der Kerzen vornahm.

Mehr als ein Accessoire

In seiner Ansprache erinnerte Stadtpfarrer Kilian Kemmer an den Ursprung des Festtages 40 Tage nach Weihnachten. Auch auf die Bedeutung von Kerzen im Alltag von Menschen ging Kemmer ein und wies auf die Zeichenhaftigkeit der Tauf-, Kommunion- und Firmkerzen hin, auf die Kerzen in einer Kirche, die "mehr darstellen wollen als ein nettes Accessoire oder dekorreichen Tischschmuck". Auch die Kerzen, die auf Gräbern von verstorbenen Angehörigen entzündet werden, "bedeuten dasselbe: Das Licht des Glaubens hilft in dunklen Stunden, das Ziel nicht aus dem Blick zu verlieren."

In der Helligkeit des Glücks und Erfolgs laufen Menschen nach Ansicht von Kilian Kemmer allerdings Gefahr, das kleine unscheinbare Licht des Glaubens zu übersehen und zu vergessen, wem letztlich alles zu verdanken bleibe.

Mit der gegensätzlichen Symbolik von Licht und Dunkelheit gestaltete sich der Festgottesdienst in der dunklen Kirche als eindrückliche Feier. Die Lichterketten an den Christbäumen im Altarraum leuchteten nochmals auf. Bis in die 1970er Jahre hinein dauerte die Weihnachtszeit 40 Tage, also bis zum Lichtmesstag am 2. Februar. LM