Unter dem Motto "Levi's Come Back - die Rückkehr des Levi Strauss" stand der Festakt zur Enthüllung der lebensgroßen Levi-Strauss-Bronzefigur, die der Förderverein Levi Strauss Geburtshaus e.V. unter Führung der Vorstände Christoph Gatz und Erich Werner dem Markt Buttenheim stiftete. Die Übergabe fand anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Museums statt. Da die geplanten Feierlichkeiten aufgrund der aktuellen Pandemiesituation ausfallen mussten, wolle der Förderverein hier ein Zeichen setzen, trotzdem aktiv zu bleiben, Kräfte zu sammeln, Ideen zu entwickeln und neue Wege aufzuzeigen, heißt es in der Mitteilung des Museums.

Die Figur ehrt einen Menschen, der einen einmaligen Weg vom Jüngling im oberfränkischen Buttenheim zum Erfolgsmann in Amerika beschritten hat, der ein bedeutendes Mitglied der amerikanischen Gesellschaft wurde, der aus seinem Glauben und aus seiner sozialen Einstellung heraus viele Menschen und Institutionen großzügig mit Stiftungen, Schenkungen und Stipendien bedachte und der trotz seiner geschäftlichen Erfolge mit beiden Beinen auf der Erde blieb.

Raum für Interpretation

Geschaffen wurde die Statue von dem Künstler Rainer Kurka (Berlin), der die menschliche Figur in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit stellt. Sein Schaffen wurde in Ausstellungen im In- und Ausland sowie durch Anerkennungen und Preise gewürdigt. Rainer Kurka legt Wert darauf, dass sich jeder Betrachter seine eigenen Gedanken zum Werk macht. Er möchte, dass die Figur einerseits eine starke Präsenz zeigt, andererseits aber Raum für persönliche Interpretationen lässt. Der Künstler setzte sich im Vorfeld intensiv mit der Lebensgeschichte des Levi Strauss und dem vorhandenen, sehr begrenzten Bildmaterial auseinander. Sein Ziel war es, eine Figur zu schaffen, die aussieht, als wäre Levi Strauss persönlich dafür Modell gestanden. Hierzu verschaffte er sich anhand der vorhandenen Quellen auch Einblicke in den Charakter des Jeans-Erfinders, der trotz seiner Erfolge ein bescheidener und bodenständiger Mensch geblieben zu sein scheint. Deshalb steht er auch in Buttenheim nicht auf einem Sockel, sondern auf dem Boden.

Gelassene Rückschau

Bei der Betrachtung älterer Aufnahmen scheint Strauss ein Mensch geworden zu sein, der sich aus schwierigen Zeiten emporgearbeitet hat, nun gelassen auf das Leben blickt und sich ein freundliches, herzliches Wesen bewahrte. Für Rainer Kurka machen Levis Eigenschaften, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, hilfsbereit gegenüber jenen zu sein, die weniger Glück hatten und den Mitmenschen mit Offenheit, Freundlichkeit und Bescheidenheit zu begegnen, ihn zum Vorbild für die heutige Zeit. Als Schmankerl für aufmerksame Betrachter hält die Figur in der in den Rücken gestützten Hand eine kleine Kupferniete.

Mit der Stiftung der Bronzefigur wollte der Förderverein Levi Strauss Geburtshaus e.V. dem Museumsauftritt in der Öffentlichkeit einen neuen Akzent verleihen und die Institution Museum noch enger mit der Person Levi Strauss in Zusammenhang stellen. Zudem ergebe sich nun auch eine andere Ansicht des Ensembles und ein interessanter Fotopunkt für Gäste und Einheimische. red