Großen Anklang hat das von Friedrich Bürger verfasste Buch "Allerlei aus Leutendorf" in dem Mitwitzer Ortsteil gefunden. Zahlreiche aktuelle farbige, aber auch etliche historische Aufnahmen, darunter Schulbilder, finden sich in dem 52-seitigen DIN-A4-Buch mit festem Einband. Besonders interessant, weil erstmals veröffentlicht, ist der ausführliche Bericht über den Schulbezirk Leutendorf des ehemaligen Lehrers Friedrich Schreiner, der vor 120 Jahren eine kleine Heimatkunde erstellt hat.

Dass das einstige Bauerndorf, welches bis zum Mai 1972 zum Landkreis Coburg gehörte und sich im Rahmen der Gemeindegebietsreform erst 1976 der Marktgemeinde Mitwitz angeschlossen hat, eine geschichtliche Sonderstellung innehatte - es gehörte von 1705 bis 1826 mit dem Amt Sonnefeld zum Herzogtum Hildburghausen -, findet man im Textteil des Buches. Ein Luftbild aus den 1960er Jahren sowie ein Bild von heute vom Hausberg der Leutendorfer (der übrigens auf Mödlitzer Flur steht), der 410 Meter hohe Gubel, bereichern den Bildteil. Klaus Schmidt aus Leutendorf hatte diese auch für die Ortsentwicklung wichtigen Bilder dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Selbst der alte Ziegel aus dem Jahr 1653, bezeichnet mit dem Christogramm IHS und dem Marienmonogramm MRA, kürzlich beim Abriss einer Scheune in der Ortsmitte von Leutendorf entdeckt, ist abgebildet. Bei der Aufzählung der Einwohner und Wohngebäude von 1868 bis 1987 werden auch die ehemaligen Leutendorfer Ortsteile Rotberg und Häusles sowie heute noch geläufige Namen wie Schwämmlein, Feick oder Reisenweber aufgezählt.

Einmarsch der Amerikaner

Das für Leutendorf denkwürdige Ereignis des Einmarsches der Amerikaner am 12. April 1945 wird ebenso aufgeführt wie ein dazu entsprechendes dokumentarisches Bild. Ein Bericht vom 700. Geburtstag von Leutendorf aus dem Jahr 1963 rundet die zahlreichen Informationen ab, wenngleich, wie wir heute wissen, der Ort älter ist. Deswegen wurde auch die Urkunde der bisher bekannten Erstnennung um 1190 ins Buch mit aufgenommen. Die Geschichte von den sagenumwobenen Schladzla darf ebenso nicht fehlen wie zwei weitere Sagen rund um Leutendorf, nämlich "Wolf die Mad" und "Das verirrte Fräulein".

Das Leutendorf-Buch kann bei Familie Richard Arnold eingesehen bzw. bestellt werden. Es kostet 10 Euro. fb