Zu einer Lesung der besonderen Art hatten der Weltladen Forchheim und das Bildungswerk Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bamberg in das Gemeindehaus von Verklärung Christi eingeladen. Gewonnen hatten sie die deutsch-iranische Autorin Nasrin Siege aus Frankfurt.

Sie kam mit neun Jahren nach Deutschland, studierte später Psychologie und arbeitete als Therapeutin. Von 1983 bis 2016 lebte sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in verschiedenen Ländern Afrikas. Sie beobachtete die Lebensbedingungen der Familien und vor allem der Kinder.

Mit einem Mix aus Lesung aus ihrem neuen Buch "Asni - die 13-jährige Asni flieht - und kehrt zurück" und spannenden Einschüben ihrer eigenen Erlebnisse fesselte sie die 25 Zuhörer. Sie bekam hautnah mit, dass Mädchen ab zwölf Jahren in arabische Länder geschickt werden, um dort als Hausmädchen oder "Zweitfrauen" zu arbeiten. Nicht selten werden sie misshandelt.

Die reelle Titelfigur ihres zwölften Buches "Asni" nahm ihr Schicksal nach einer Zwangsverheiratung selbst in die Hand und floh in die Stadt. Wie viele Kinder machte sie sich auf die Suche nach Arbeit, Bildungsmöglichkeiten und letztendlich einem besseren Leben. Siege besuchte mit Vorlesungen aus ihren Büchern Kinderuntersuchungsgefängnisse in Tansania, in denen Acht- bis 14-Jährige einsaßen, die als Straßenkinder lebten.

Diese eigenen Erlebnisse waren der Anstoß für sie zur Gründung des Vereins "Hilfe für Afrika" 1996. Heute betreut sie mit einem Helferkreis von Deutschland aus Projekte in Äthiopien, Sambia und Tansania. In letzterem Land ermöglicht das Geburtsurkunden-Projekt Kindern aus den Steinbrüchen von Daressalam den Schulbesuch durch die Beschaffung von Geburtsurkunden. Dies ist Zugangsvoraussetzung für die Anmeldung an einer staatlichen Schule.

Umrahmt wurde der Nachmittag von der Veen-Harfen-Gruppe des Madagaskar-Teams unter Leitung von Ingrid Mittelmeyer. Dieses Team stellte zum Abschluss die Selbsthilfeorganisation Fivoy vor, zu der sich Frauen auf Madagaskar zusammengeschlossen haben. Bei einer weiteren Veranstaltung soll über deren Arbeit näher berichtet werden.

Weitere Informationen über die Arbeit von Nasrin Siege gibt es unter www.hilfefuerafrika.de. Gisela Schmitt