Burgstall — Einen Einblick in die Schönheit und den Artenreichtum in seinem Garten gewährte Jupp Schröder Teilnehmern einer Exkursion im Rahmen des Abo-Plus Vorteilprogramms. Die FT-Leser staunten über die verschiedenen Lebensbereiche für Wildpflanzen und Tiere in Schröders Biotop bei Burgstall. Sie freuten sich über die artenreiche Flora und Fauna des Hanggrundstücks.
Dieses hat sich nach über 30 Jahren mit seinen gezielt angelegten Kleinstrukturen und Hecken zu einem Paradies für viele, zum Teil seltene, Pflanzen und Tiere entwickelt.
Die Leser waren begeistert von der Vielfalt der Lebensräume dieses naturnahen Areals. Stolz erzählte Schröder, dass es ihm bei dem Grundstück nicht auf den Ertrag von Obst ankomme, sondern, dass er der Natur gleichsam etwas zurückgeben wolle.
Über 80 Wildpflanzenarten habe das Grundstück inzwischen aufzuweisen. Darunter seien auch sehr viele Heilpflanzen.
"Die Artendichte ist enorm. Durch die Vielzahl der Pflanzen und Kleinstrukturen leben bis zu 3500 Tierarten auf meinem Grundstück. Mit Recht kann man es als eine "Arche Noah" für Tiere und Pflanzen bezeichnen", sagte Schröder im Rahmen der Führung.
Zuvor zeigte er den Teilnehmern der Exkursion die Veränderungen in der umgebenden Landschaft, um den Unterschied zu seinem eigenen Grundstück zu verdeutlichen.
Die Intensivierung in der Landwirtschaft führe zu einem "Einheitsgrün", so weit das Auge blicke. Nur Böschungen, immer schmaler werdende Feldraine und Straßenränder würden da und dort noch bunt aufleuchten. Schröder bedauerte, dass in der Landschaft immer weniger Platz sei für das bunte Farbenspiel der Natur.
Vorzeitige Mahd der Wiesen zur Silagegewinnung und übermäßige Düngung ließe nur wenigen Arten eine Chance zur Entwicklung. So würden oft nur Gräser, Löwenzahn, Kerbel und Hahnenfuß gefördert.
Für die Tierpopulationen des Lebensraumes Wiese sei eine frühe und häufige Mahd ein noch viel stärkerer Eingriff in ihr Dasein, als für die Pflanzen, erläuterte Schröder. So würden beim Schnitt nahezu alle Tierarten, die vom Kraut und den Blüten der Wiesenpflanzen leben, vernichtet.
Auch vielen Kleinlebewesen, wie Heuschrecken, Spinnen, und Zikaden, würde die Deckung genommen. Sie müssten abwandern oder würden eine leichte Beute für ihre natürlichen Feinde werden. Dies gelte auch für wiesenbrütende Vögel.
Allerdings würde ohne den regulierenden Eingriff des Menschen eine artenreiche Blumenwiese bald verbuschen und in einen Wald übergehen. Das stückweise Mähen mit der Sense sei daher ideal. Ameisenhaufen und Standorte seltener Pflanzen würden darüber hinaus bei dieser Arbeitsweise verschont.
Das Mähen mit der Sense sei auch ein idealer Ausgleichssport und trainiere hervorragend die Beweglichkeit des Körpers.
Ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen schloss sich im Hof der Gaststätte Fischer in Burgstall an. JS