Ein vielfältiges Arbeitsprogramm hatte der Zweckverband zur Wasserversorgung der Ehrenbürggruppe in seiner jüngsten Sitzung zu bewältigen. Vorsitzender Bernd Drummer ließ erkennen, dass die Sicherheit der Wasserversorgung oberste Priorität hat.
Er begrüßte als Experten und Berater Alexander Dürrschmidt, der die wesentlichen Maßnahmen technisch begleitet. Rund 100 000 Euro beträgt der Kostenrahmen für die Hochbehältersanierung von Wiesenthau. Eine Wasserkammer ist saniert, die zweite wird eben in Anspruch genommen.


Pragmatische Lösungen

Leitungen werden erneuert, es erfolgt eine mineralische Sanierung, mögliche Wasseraustritte galt es zu beseitigen. Dürrschmidt geht davon aus, dass die Arbeiten in den nächsten etwa fünf Wochen abgeschlossen werden und die Kosten unter dem geschätzten Limit bleiben.
Breiten Raum nahmen die Ausführungen des Experten zur Vorstellung eines Notfallkonzepts ein. Damit soll bei Ausfall der Wasserversorgung ein Automatismus greifen. Es soll pragmatische Anleitungen geben. Dazu gehören Ablaufschemata, notwendige Adressen und einfache, verständliche Beschreibungen. Ob dieses Konzept Wirklichkeit werden wird, müssen die kommenden Sitzungen zeigen. Mehrere Maßnahmen wurden nachträglich abgesegnet.
Dazu zählt ein neues Servicefahrzeug für 21 000 Euro netto. Ausgetauscht mussten die Gleitdichtungen und die Pumpen im Wasserhaus gewartet werden. Die Pumpen sind jetzt wieder dicht. 7813 Euro nahm man dafür in die Hand. Ausgiebig diskutierte der Zweckverband den nötigen Austausch des UranEX-Harzes aus der Uranentfernungsanlage. Dies würde den Haushalt mit 11 900 Euro belasten. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Gemeinde Pinzberg.
Zunächst waren die Mitglieder überrascht darüber, dass dies bereits nach etwas mehr als zwei Jahren schon nötig ist. Bei einer Musteranlage in Hirschaid war die Rede von fünf Jahren, bis ein Austausch nötig werde. Eine Prüfung ergab nun, dass eine Durchflussmenge von 118 000 Kubikmeter Wasser vom Hersteller garantiert ist. Diese Menge ist im konkreten Fall aber bereits nach zweieinhalb Jahre erreicht worden. Erschwerend kam hinzu, dass im Tiefbrunnen während der Trockenheit 2015 der Mindestwasserstand unterschritten worden war, was zu einer zusätzlichen Verschmutzung des Wassers und damit des Harzes führte.


Nur 5,5 Liter pro Sekunde

Dürrschmidt erklärte, dass hier künftig durch eine Absenksperre Abhilfe geschaffen wurde. Die notwendige Arsenentfernung erfolgt durch eine Eisen-II-Chlorid-Dosierstation. Nach fünf Jahren wurde jetzt eine Wartung vorgenommen. Diese soll künftig regelmäßig für 1100 Euro pro Jahr erfolgen. "Wir wollen schließlich auf der sicheren Seite sein und dafür muss alles getan werden", kommentierte Bernd Drummer. Genauso sieht man die Funktion der Tiefbrunnenpumpe. Eine ist im Einsatz. Fällt diese aus, wäre das Dilemma groß. Schließlich würde eine Neubeschaffung sechs bis acht Wochen Lieferzeit dauern. Dies wäre nicht tragbar.
Die Tiefbrunnenpumpe ist rund sechs Jahre alt. Sie bleibt mit 5,5 Litern pro Sekunde unter der nötigen Leistung von zehn Litern pro Sekunde. Die Mitglieder beschlossen daher die Anschaffung und den Einbau einer neuen Pumpe für 5700 Euro.