Der gemeinnützige Theater- und Konzertverein Erlangen (gVe) präsentiert heute um 20 Uhr Menahem Pressler und die Bamberger Symphoniker in der Heinrich-Lades-Halle. Das Konzert steht unter der Leitung des jungen israelischen Dirigenten Lahav Shani.
Menahem Pressler ist nicht nur ein weltweit gefeierter Pianist, mit seinen inzwischen 93 Jahren ist er eine Legende, ja eine Sensation. Heute bringt er mit den Bamberger
Symphonikern Mozarts letztes, abgeklärtes Klavierkonzert KV 595 zu Gehör.
Noch immer jettet der in Magdeburg als Max Pressler geborene Musiker, dem 1939 die Flucht vor dem Terror der Nazis zunächst nach Palästina und dann in die USA gelang, zwischen den Kontinenten hin und her. Er gründete in den Fünfzigerjahren das ebenfalls legendäre Beaux-Arts-Trio, das nach einer über 50-jährigen Erfolgsgeschichte 2008 aufgelöst wurde.
Anfang 1791, in seinem letzten Lebensjahr, komponierte Wolfgang Amadeus Mozart sein B-Dur-Klavierkonzert KV 595. Es ist ein Spätwerk, erfüllt von heiterer Traurigkeit und sanfter Resignation, alles im Zeichen lyrischer Abgeklärtheit. Am Ende steht nicht herbstliche Melancholie, sondern Sehnsucht nach dem Frühling, hörbar gemacht durch die Vorwegnahme des wenig später entstandenen Mozart-Liedes "Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün".
Vielen gilt das B-Dur-Konzert zu Recht als das schönste aller Mozartschen Klavierwerke.
Das Orchester spielt nach der Pause Franz Schuberts posthum aufgeführte "Große C-Dur-Symphonie". Erst zehn Jahre nach Schuberts Tod entdeckte Robert Schumann im Nachlass das Manuskript, 1839 dirigierte dann Felix Mendelssohn Bartholdy die Uraufführung der Symphonie. Sie ist ein Schlüsselwerk der anbrechenden Romantik, ein Wegweiser auf Bruckner und Mahler, dabei ist ein monumentales Riesenwerk, ein weiter Klangkosmos, der keine Grenzen zu kennen scheint. Schumann prägte für Schuberts "Große C-Dur" das Wort von der "himmlischen Länge", die ihm nur mit einem "dicken Roman in vier Bänden etwa von Jean Paul" vergleichbar schien.


Kostenlose Einführung

Zu diesem Konzert findet um 19.15 Uhr eine für Besucher kostenlose Einführung im Saal statt. Karten gibt es noch an der Abendkasse. Mehr Infos unter www.gVe.de. red