Nein, Superhelden seien sie nicht. Aber für Seßlachs Bürgermeister Martin Mittag (CSU) verdienen die regelmäßigen Blutspender zumindest den Titel "Helden des Alltags". Denn anders als die fiktionalen Helden im Film retteten sie tatsächlich Leben. Das sagte Mittag bei der Ehrung der Blutspender am Samstagabend in der Seßlacher Grund- und Mittelschule.
"Ihr alle habt eventuell schon Leben gerettet und wisst es nicht, ihr denkt nicht mal darüber nach", fügte der Bürgermeister hinzu. Er bekannte: "Wenn es Euch nicht gäbe, hätten wir ein Problem."
Dem stimmte Günter Meyer vom BRK-Kreisverband zu: "Wir haben alle noch nicht begriffen, wie wichtig Blutspenden ist und wie dringend Blut gebraucht wird."


Nur sieben Prozent spenden

Meyer erinnerte daran, dass an Krebs erkrankte Personen mindestens alle vier Wochen eine Blutkonserve brauchen. Obwohl rund 94 Prozent der Befragten Blutspenden befürworteten, erschienen nur sieben Prozent tatsächlich zur Blutentnahme. Dabei sei Blut "das einzige, das man nicht durch anderes ersetzen kann".
Vorbildlich verhält sich zum Beispiel Peter Dellert: Seit seinem 24. Lebensjahr spendet der Seßlacher regelmäßig Blut. In mehr als 30 Jahren brachte er es nun auf die eindrucksvolle Zahl von 150 Blutentnahmen, wie Mittag bei der Ehrung lobend hervorhob.
Bei der Veranstaltung in der Schulcaféteria, wo die Blutspendetermine des BRK seit Kurzem stattfinden, wies Meyer auf drei Neuerungen hin.


Keine Gefahr beim Spenden

Bei Zustimmung der Spender werde nun das Blut gezielt nach Anzeichen für Erkrankungen untersucht und der Spender bei Auffälligkeiten informiert. Weiter würde das Blut der Blutbank auf mögliche Stammzellenspender für Leukämiekranke durchforstet werden. Außerdem bekommen Blutspender nun eine Karte, mit der sie die Therme in Bad Rodach ohne Aufpreis eine Stunde länger nutzen können.
Befürchtungen, sich bei Blutspenden möglicherweise mit Krankheiten infizieren zu können, wies Meyer mit den Worten zurück: "Da passiert nichts."
Folgende Seßlacher nahmen bei der Feier ihre Anerkennung entgegen: Rita Fenzlein und Stefanie Jahrsdörfer erhielten für 25 mal Spenden die Ehrennadel in Silber. Werner Schubert, Maria Jahrsdörfer und Ulrich Schulz empfingen für 75 Spenden die Ehrennadel in Gold.
Für 100 mal Spenden wurde Manfred Nitsche ausgezeichnet und bereits 125 mal haben Manfred Böhm und Willibald Steiner Blut gespendet. Sie wurden ebenso mit der Ehrennadel des Roten Kreuzes in Gold dekoriert wie Peter Dellert für seine 150 Blutspenden.
Mittag forderte alle Ausgezeichneten dazu auf, weiterhin zum Blutspenden zu kommen. Im Namen der Stadt dankte der Rathauschef dem BRK-Team um Roswitha Faber, Erika Strom und Edeltraud Brückner, das die Seßlacher Termine durchführt. Bettina Knauth