Mit dem Antrag einer Stellungnahme zum Bauvorhaben der Lebenshilfe in der Beethovenstraße und der Bitte um Information zur Nahversorgung im Süden der Stadt, eventuell mit einem CAP-Markt, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten, zog sich die Herzogenauracher CSU-Fraktion im Stadtrat den Ärger von Bürgermeister German Hacker (SPD) zu.
Während Hacker der Meinung war, der Antrag habe sich erübrigt, weil er am Ende der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses kurz über die Entscheidung des Sozialausschusses des Bezirks Mittelfranken informiert habe, warf Kurt Zollhöfer (CSU) dem Stadtoberhaupt mangelhafte Informationspolitik vor. "Informationen außerhalb der Tagesordnung stelle ich mir eigentlich anders vor", erklärte der CSU-Stadtrat. Hacker antwortete, dass noch viele Fragen offen seien und der erste und wichtige Schritt, die Anerkennung für eine Förderung von 24 Wohnplätzen für behinderte Menschen, getan wurde. Nun liege es an der Lebenshilfe, einem Architekten und der Stadtverwaltung, wie weiter geplant wird.
Als Zollhöfer dann noch wissen wollte, unter welchen Bedingungen der Lebenshilfe das Grundstück überlassen werde, welche Fördermittel eingeplant seien und wer den CAP-Markt beliefere, platzte dem Bürgermeister der Kragen. "Jetzt muss ich mich erst mal sammeln", atmete das Stadtoberhaupt tief durch. "Eigentlich hätte ich einen Dank erwartet für Josef Hennemann von der Lebenshilfe und die Verwaltung. Das Statement war derartig unnötig, außerdem hat die Stadt bei Vorhaben der Lebenshilfe schon immer Zustimmung signalisiert, aber eine Lösung braucht Zeit", reagierte Hacker ungehalten. Bedingungen von Grundstücksgeschäften, Förderungen sowie weitere ungelöste Fragen gehören außerdem erstmal nicht in öffentliche Sitzungen, "das sollte ein Stadtrat eigentlich wissen", polterte der Bürgermeister. Der Ball liege jetzt bei Lebenshilfe-Geschäftsführer Hennemann, die Stadt verfolge das Projekt weiter und werde informieren, wenn es etwas Neues gibt. "Aber bis jetzt ist eigentlich nichts passiert, was es zu berichten gibt", beendete der Bürgermeister die etwas emotionale Diskussion.