Aufgabe der sudetendeutschen Heimatpflege ist es, die Gedächtniskultur auch über die Generationen der direkt Betroffenen hinaus zu pflegen und weiterzuentwickeln. Das gleiche Schicksal zu haben, eine Einheit zu sein, das prägte das Treffen der Vertriebenen des Friedeberger Ländchens, Kreis Freiwaldau (Jesenik), das beim "Weinsommer" in Wirmsthal stattfand.

Brigitte Tokarski aus Euerdorf, Mitarbeiterin in der Ortsbetreuung von Schwarzwasser, hatte die Begegnung nach zweijähriger Corona-Zwangspause vorbereitet. So konnte sie eine große Anzahl von Vertriebenen und deren Nachkommen, die jetzt im Raum Bad Kissingen und Hammelburg leben und wohnen, begrüßen. In ihrem Grußwort ging Tokarski auf die Wichtigkeit solcher Begegnungen ein und betonte: "Wir wollen zeigen, dass unsere Volksgruppe noch lebt und auch heimatpolitisch ein Zeichen setzen.

Als Gast konnte Tokarski die Ortsbetreuerfamilie Brunhilde und Wilhelm Rubick begrüßen, die jetzt in Thalmässing (Mittelfranken) wohnt. Die Familie Rubick kam aus Bad Neualbenreuth angereist, wo das Treffen der Maiersgrüner (Kreis Marienbad) und der Altalbenreuter (Kreis Eger) stattfand.

Rubick bedankte sich bei Brigitte Tokarski und deren Tochter Silke für die vorbildliche Organisation vor Ort und freute sich über die Begegnung mit den Landsleuten. Dabei informierte er über die Fahrt in die alte Heimat, das Friedeberger Ländchen mit Schwerpunkt Schwarzwasser, die vom 11. bis 16. August stattfindet. Für Rubick ist die Ortsbetreuung eine "lebende Brücke zwischen den Vertriebenen, die jetzt in Deutschland leben, und der neuen Bewohner der alten Heimat". Angestrebt werde unter anderem eine Partnerschaft zwischen Schwarzwasser (jetzt Cerna Voda) und Rubicks Heimatgemeinde Thalmässing.

In 2023 findet in Wirmsthal beim "Weinsommer" das zehnjährige Treffen der Heimatvertriebenen aus dem Friedeberger Ländchen statt. Diese Treffen, die 2013 von Anni Seufert, geb. Franke aus Schwarzwasser, ins Leben gerufen wurden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ziel für die Zukunft ist es, auch in den kommenden Generationen die Begeisterung für die vielfältige Gemeinschaft zu wecken, so Tokarski. red