Ratsche statt Mittagsbrötchen, Gewerkschaftsbanner statt Pausenlektüre, Zusammenstehen statt Füße hochlegen: Die LBB, die Gewerkschaft für das Gesundheitswesen, hatte zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen, um ihrem Unmut über die stockenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst Nachdruck zu verleihen. Gut 30 Beschäftigte des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg folgten dem Aufruf von Landesvorsitzendem Hermann Schilling.

"30 Leute: Das ist für eine aktive Mittagspause sehr viel", freute sich Schilling, der bis zu seiner Pensionierung selbst in Kutzenberg arbeitete, über den Erfolg. "Vor allem finde ich es toll, dass sich Beschäftigte durch alle Berufsgruppen beteiligten." Und so standen im Eingangsbereich des Bezirksklinikums Pflegekräfte Seite an Seite mit Handwerkern, Reinigungskräften, dem Küchenpersonal und Medizinern. Sie waren laut, sie fielen auf, sie zeigten Flagge - und das entging weder der Geschäftsleitung noch den Patienten und deren Besuchern.

"Vom Klatschen alleine haben wir nichts", rief Hermann Schilling den Protestierenden zu. "Wir fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr für alle, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten." mad