von unserem Mitarbeiter Werner Reissaus

Lanzendorf — Man merkt es ihnen an: Sie spielen unwahrscheinlich gern Theater, und sie sind mit Begeisterung und Hingabe dabei: die Frauen und Männer der Laienspielgruppe des Gartenbauvereins Lanzendorf.
Derzeit wird im Vereinsheim der Kleintierzüchter wöchentlich bis zu drei Mal geprobt, damit zur Premiere des Volksstücks "Suche Mann für meine bessere Hälfte" am Samstag, 21. März, um 20 Uhr alles sitzt.

Seit 35 Jahren auf der Bühne

Bewundernswert ist vor allem, dass das Urgestein der Dorfbühne, Hans Engelhardt, nach wie vor dabei ist. Er gehört dem Ensemble seit sage und schreibe 35 Jahren an. Das Theaterspiel hält den "Streitmühler" jung und vital. Seine Gene hat er an seine Enkelin Nadine Hartmann vererbt. Sie ist im zweiten Jahr Mitglied und spielt diesmal eine couragierte Bäuerin.
Linda Fischer, die nicht nur als Regisseurin auftritt, sondern Theaterleiterin und Souffleuse in Personalunion ist, hatte eigentlich ein ganz anderes Volksstück ausgewählt. Doch nacheinander meldeten sich mit Michaela Hartmann und Anja Gumtow gleich zwei Darstellerinnen aufgrund ihrer Schwangerschaft ab.
Das passende Ersatz-Stück war dann auch schnell gefunden, denn Linda Fischer kennt ihre Akteure und weiß genau, wer zu welcher Rolle passt.
In "Suche Mann für meine bessere Hälfte" dreht sich alles um den Jungbauern, der zum Leidwesen seines Vaters und seiner Frau ein ausgemachter Hypochonder ist. Daran ist nicht zuletzt seine Tante schuld, eine eingefleischte Jungfer. Die große Frage ist natürlich, wie heilt man einen eingebildeten Kranken. Da stößt selbst die rabiate Gemeindeschwester mit ihrem Latein an ihre Grenzen.

Kirchenvorstand mimt den Pfarrer

Schließlich sorgen noch ein Viehhändler, eine Magd und ein katholischer Pfarrer - den spielt ausgerechnet der frühere evangelische Kirchenvorstand Hans Engelhardt - für einige Verwirrung. Am Ende hilft, wie so oft im Leben, der Zufall mit, um den Jungbauern wieder ins richtige Gleis zu bringen.
Das Nesthäkchen der Gruppe ist Nadine Hartmann. Die 23-Jährige lernt ihren Text nicht zu Hause, sondern beim Spielen. Die Proben dauern meist gut zwei Stunden, ab und zu wird danach gemeinsam Brotzeit gemacht. In der letzten Woche steigt dann nochmals der Adrenalinspiegel bei allen Akteuren, doch spätestens beim ersten Auftritt hat sich alles beruhigt. Kein Wunder, es sind allesamt routinierte Darsteller. So auch Wolfgang Müller, der - egal in welcher Rolle - immer für Glanzlichter sorgt.
Nachwuchssorgen gibt es nicht. Christa Täuber: "Wir haben ja schon Leute auf der Warteliste. Ich finde es aber schön in unserer Theatergruppe, dass wir wirklich für jedes Alter etwas haben."