Lesezeit in der Stadtbücherei: Der gebürtige Coburger Romanautor Florian Langbein kommt nach Hause. Er liest am Donnerstag, 2. Mai, um 19 Uhr in der Stadtbücherei aus seinem Erstlingsroman "Wetterleuchten". Das Publikum begleitet ihn in den Sommer 2015, in dem Bierflaschen am Lagerfeuer klirren, Molotow-Cocktails explodieren und eine ganz besondere Freundschaft zu ihrem Ursprung zurückfindet. Vielleicht finden die Zuhörer sogar Spuren der Residenzstadt und ihrer Umgebung im Roman.

Aber Langbein kommt nicht allein. Das Rahmenprogramm bildet der Coburger Singer-/Songwriter Sandro Weich mit "He Told Me To". Das ist eingängiger Indie-Pop - Musik, bei der man den Refrain nicht suchen muss. Ein aus der Not geborenes Soloprojekt. Der Coburger Musiker Weich beginnt seine eigene musikalische Reise in gepflegter Do-It-Yourself-Manier und ihm dämmert schnell, was das bedeutet: aufstehen, rausgehen und machen. Straßenmusik mit melancholischen Untertönen und trotzdem "darf der Booty shaken".

In Florian Langbeins Roman braucht es nur einen winzigen Funken, der das, was im Menschen schlummert, in ein gleißendes Inferno verwandelt; einen winzigen Funken, der einen die Grenzen seines Lebens sprengen und in den Wahnsinn abgleiten lässt.

Der menschliche Geist ist wie ein mit Benzin übergossener Haufen alter Autoreifen. Er kann sein eigener Scheiterhaufen werden: "Wir müssen nur so mutig oder so dumm sein, das Streichholz anzuzünden."

Was, wenn du jede verrückte Idee, jeden zerstörerischen Impuls ausleben könntest? Das ist die Frage, die sich Thorsten stellt, als sein bester Freund, der charismatische, nun schwerkranke David ihn und seine Freunde dazu auffordert, ihm ein paar unvergessliche letzte Tage zu bereiten. Die acht einst unzertrennlichen Menschen lassen sich auf ein Abenteuer ein, auf dessen brachiale Konsequenzen sie nicht vorbereitet sind.

"Wetterleuchten" ist ein furioser Entwicklungsroman, der sich aus einer ungewöhnlichen Perspektive mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen und Phänomenen auseinandersetzt.

Florian Langbein ist 1992 in Coburg geboren und in Neustadt aufgewachsen. Er hat Lehramt studiert und ist als Poetry-Slammer deutschlandweit seit 2012 bei über 400 Poetry Slams aufgetreten. 2015 siegte Langbein bei den fränkischen Poetry-Slam-Meisterschaften und wurde 2017 bayrischer Vizemeister.

Sowohl in seinen Bühnentexten als auch in seinem Roman ist er politisch, satirisch und unbequem. Langbeins oberfränkische Derb- und Direktheit vermischt sich mit Punkrock und Lyrik zu ganz besonderen Melodien.

Der Eintritt zur Lesung am Donnerstag ist frei. red