Was zahlreiche Fußballexperten vermutet hatten, zeigte sich in Stettfeld. Der SC Stettfeld ist nur in seiner Unberechenbarkeit beständig: gegen Mannschaften aus dem hinteren Feld verloren und gegen Spitzenmannschaft mit starker Leistung. Mit einem 2:1-Sieg vermasselte er dem SV Neuschleichach die vorzeitige Meisterschaftsfeier in der Fußball-A-Klasse Schweinfurt 5. Aber die Steigerwälder können nun am letzten Spieltag gegen die Spfr. Steinsfeld aus eigener Kraft noch alles klarmachen.
Die Stettfelder zeigten von Anfang an, dass sie dieses Spiel aus gesicherter Position nicht leichtfertig angingen. Schon in der 3. Minute musste Gästetorhüter Thomas Huttner einen gefährlichen Schuss von Thomas Frank parieren. Aber auch die "Althüttener" hatten ihre Chancen, als fast im Gegenzug Sebastian Karg und gleich darauf Pascal Burgis den SC-Schlussmann Michael Kröner auf die Probe stellten. Auch der Stettfelder Torjäger Dominik Lang hatte einige Chancen. In der 38. Minute gab es einen Foulelfmeter, den Sven Schwaten für die Gäste sicher verwandelte. Aber schon vier Minuten später ging auch ein Stettfelder im Strafraum zu Boden, und Daniel Full ließ sich die Chance zum 1:1-Ausgleich nicht nehmen.
Die zweite Halbzeit verlief nahezu ausgeglichen, wobei insbesondere Gästetorhüter Thomas Huttner mit glänzenden Paraden so manche Chance der Stettfelder vereitelte. Machtlos war er aber in der 85. Minute, als der Neuschleichacher Johannes Barthelme im Strafraum etwas zu spät kam, der Stettfelder Torjäger Dominik Lang aus acht Metern zum 2:1-Sieg einschoss und damit auch die Hoffnung der zahlreichen mitgereisten Neuschleichacher Zuschauer zerstörte, schon vorzeitig den Aufstieg in die Kreisklasse feiern zu dürfen. SC-Spielertrainer Marco Wagner war natürlich mit der geschlossenen Leistung seiner Mannschaft zufrieden. "Vielleicht war der Sieg schon etwas glücklich, aber er war sicher nicht unverdient. Ich wünsche dem SV Neuschleichach trotz dieser Niederlage alles Gute und viel Erfolg für das letzte Spiel", gab er als Trost mit auf den Weg. Jonas Schmitt, Spielertrainer des SV Neuschleichach, merkte man seine Enttäuschung an. "Der SC hat uns heute alles abverlangt, und wir haben auch nicht die Leistung gezeigt, die wir hätten zeigen müssen. Natürlich haben wir auch unseren Stürmer Nico Koch sehr vermisst. Ich bin aber froh, dass wir noch die Chance zu diesem Endspiel gegen die Spfr. Steinsfeld haben."


Mit Ehrgeiz in die neue Runde

Die Stettfelder werden mit Marco Wagner als Trainer auch in die nächste Saison gehen. Sein Ausblick: "Wir werden uns personell verändern und möchten eigentlich von Anfang an so auftreten, wie wir uns in den letzten Spielen gezeigt haben. Die Ergebnisse sprachen für sich."
Für den Stettfelder Spielleiter Norbert Hümmer hatte das Spiel als gebürtiger Neuschleichacher verständlicherweise eine besondere Brisanz. "Mein Herz schlug heute durchaus auf beiden Seiten" gestand er ein, freute sich aber über den Sieg seiner Mannschaft. Am Ende zeigte er sich mit dem Verlauf der Saison zufrieden, auch wenn man die zwei Abgänge Christopher Hümmer und Paul Simon nicht ersetzen konnte. "Wären sie noch dabei gewesen, dann hätten wir ganz sicher auch um die Spitzenplätze mitgespielt. Aber die beiden Spieler wollten einfach ihre Chancen nutzen, um einmal höherklassig in der Bezirksliga zu spielen." Für die neue Saison sei er zuversichtlich, weil er bei einigen Fußballern fest mit ihrer Rückkehr zum Heimatverein rechne.