Wieder geht ein Jahr seinem Ende entgegen. Auch in diesem Jahr haben wir daran gearbeitet, unseren Landkreis Kronach attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Es gab - um nur einige Schwerpunkte zu nennen - weitere wichtige Baumaßnahmen im schulischen Bereich (Gymnasien und Berufsschule), wesentliche Baufortschritte beim Kreiskulturraum sowie Kreisstraßenbaumaßnahmen in Steinberg und bei Gifting.
In den Startlöchern steht der neue Studiengang "Zukunftsdesign" im Rahmen des Innovationszentrums Kronach. Der Zukunftsfähigkeit unserer Heimatregion galten und gelten viele unserer Überlegungen, Entscheidungen und Anstrengungen.
Ich danke allen, die positiv zum Zusammenleben und Zusammenwirken in unserem Landkreis beigetragen und dabei oft weitaus mehr als ihre Pflicht getan haben - ganz gleich an welcher Stelle und in welcher Funktion. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist etwa, dass sich unsere heimische Wirtschaft, weit über eigenbetriebliche Interessen hinaus, wieder in vielfältiger Weise in den Dienst an der Region gestellt hat.
Bürgerbeteiligung und Ehrenamtlichkeit sind zwei große Stichworte unserer Zeit. Vieles von dem, was unseren Landkreis lebenswert macht, geht auf Initiativen aus unserer Bevölkerung, aus Vereinigungen und von Gemeinsinn geprägten Institutionen und Gruppen zurück. Die Kontakte von Mensch zu Mensch und die Hilfe für Bedürftige sind dabei zwei wichtige Aspekte. Mitmenschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein sind Werte, die für unser Gemeinschaftsleben unverzichtbar sind. Diese Werte waren im zu Ende gehenden Jahr in ganz besonderer Weise gefragt. Dabei verweise ich auf den beigefügten Holzschnitt "Die Heilige Familie auf der Flucht". Er ist ein Werk des Kronacher akademischen Bildhauers Heinrich Schreiber, der 2015 seinen 80. Geburtstag feiern konnte. Dieses traditionelle weihnachtliche Motiv steht im Rückblick auf 2015 dafür, dass der enorme Flüchtlingszustrom auch uns im Landkreis Kronach vor große Herausforderungen gestellt hat. Herzlich gedankt sei allen Ehren- und Hauptamtlichen, die sich dabei bis an die Grenze des Leistbaren eingebracht haben. Gerade die biblische Weihnachtsgeschichte erinnert uns an das Wertefundament, auf dem wir die Würde eines jeden Menschen besonders auch bei den vor Krieg und Verfolgung Geflohenen achten.
Die Begegnung mit den Flüchtlingen hat auch zum Nachdenken darüber angeregt, was im Leben wirklich zählt. So wie sich nach christlichem Verständnis die Menschwerdung Gottes im Kind in der Krippe in Armut und Demut vollzieht, so besteht das Geheimnis der Weihnacht ganz allgemein darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden. Das mag uns zum Beispiel zu der Erkenntnis verhelfen, dass das eigentlich Bereichernde in unserem Leben von uns oft nur als nebensächlich oder selbstverständlich wahrgenommen wird. Vielleicht nehmen wir das als Gelegenheit wahr, manche aus dem Lot geratenen Maßstäbe wieder zurechtzurücken.
Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Glück und Gottes Geleit im neuen Jahr.