Landrat Thomas Habermann ist dafür, die Idee eines Nationalparks in der Rhön weiterzuverfolgen. Bei einer Sitzung des CSU-Ortsverbandes positionierte er sich eindeutig.
"Die Phase 2 des Verfahrens zur Einrichtung eines dritten Nationalparks im Freistaat hat gezeigt, dass es interessant ist, einen Nationalpark zu haben", stellte Habermann fest. "Wir sollten eine ernsthafte Interessenbekundung abgeben, um in die Phase 3 des Verfahrens einzusteigen", sagte er. "Tatsächlich wäre es nicht richtig, sich in der jetzigen Phase schon auf ein abschließendes Ja oder ein Nein zum Nationalpark Rhön festzulegen. Jedoch sollte man sich die Möglichkeit hierzu nicht verbauen", so der Landrat weiter. Es gehe zum Abschluss der Phase 2 im Juli darum, ob die Region gewillt ist, die Diskussion um die Einrichtung des Nationalparks weiterzuführen. Im Anschluss würden in der Phase 3 die Informationen verdichtet sowie Detailregelungen formuliert werden, die die Grundlage einer vernünftigen Entscheidung Pro oder Kontra Nationalpark darstellen.


Aussage Scharfs wiederholt

Nochmals wiederholte er die eindeutige Aussage von Umweltministerin Ulrike Scharf auf dem Kreuzberg, dass ein Exit nach Abschluss der Phase 3 bedingungslos möglich sei.
"Der Nationalpark Rhön ist eine einmalige Chance dieser Generation, die man sich nicht von vorneherein verbauen sollte", sagte auch Bürgermeisterin Erb, die ihrem Gemeinderat in der Juli-Sitzung sowie den Gemeinden der Kreuzbergallianz, deren Vorsitzende sie ist, vorschlagen möchte, eine Interessenbekundung zur Einrichtung eines Nationalparks Rhön abzugeben.
Nachdenklich stimme Landrat Thomas Habermann, dass der Kern des Vorhabens eines dritten Nationalparks in der öffentlichen Diskussion kaum im Fokus stehe: nämlich die ethische Anforderung des Schöpfungsgedankens, ein Stück Natur in seinen ursprünglichen und natürlichen Zustand zu versetzen. In der heutigen materialistischen Welt werden durchweg nur Fragen nach den möglichen Einschränkungen oder die im Raum stehenden wirtschaftlichen Vorteile diskutiert, was den eigentlichen Kern des Themas Nationalpark nicht erfasse, erklärte Habermann.


Brennholzbedarf bleibe gedeckt

Habermann und Erb befassten sich auch mit immer wieder genannte Argumenten gegen den Nationalpark: So umfasse die Gebietskulisse des möglichen Nationalparks Rhön ausschließlich Flächen des Staatswaldes; Erweiterungen der Gebietskulisse oder gar Enteignungen seien ausgeschlossen. Als "Entwicklungsnationalpark" wird der Wald in den nächsten Jahren mittels Waldumbaumaßnahmen, wie sie bereits seit Jahrzehnten erfolgreich in der Rhön durchgeführt werden, weiterentwickelt. Der Mensch werde sich weiterhin im Nationalpark frei bewegen können. Zudem wird zugesagt, dass der Brennholzbedarf der Bevölkerung zu gleichen Preisen in gleicher Ortsnähe weiterhin gedeckt wird.
 


Touristische Hotspots

Ein Nationalpark Rhön biete viele Chancen. Es entstehen naturschutzfachliche und touristische Hotspots. Zehn Millionen Euro würden jährlich aus dem Staatshaushalt in die Region fließen, wovon 100 neue Arbeitsplätze in den verschiedensten Sparten entstehen und dann noch mehr als ein Drittel der finanziellen Mittel jährlich übrig bleiben für Projekte rund um die Gebietskulisse.
Als Falschinformation bezeichneten Habermann und Erb die Aussagen des ehemaligen Landtagsabgeordneten Robert Kiesel, dass der Nationalpark Rhön im Staatsministerium schon ausgemachte Sache sei, und als Ausgleichsfläche für den Bau der dritten Flughafenstartbahn im Raum München dienen soll. Das sei rechtlich gar nicht möglich.
Beide appellierten an die jungen Leute, sich um ihre Zukunft Gedanken zu machen und mitzuentscheiden. mch