Haßfurt/Kreis Haßberge — Die vermehrte Zuweisung von Asylbewerbern führt mittlerweile zu Problemen bei der Kindergartenversorgung. "Bei der dezentralen Unterbringung achten wir sehr darauf, dass Familien mit Kindern dort untergebracht werden, wo die Kindertagesstätten freie Kapazitäten haben, aber bei den Gemeinschaftsunterkünften haben wir darauf keinen Einfluss", erklärte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) im Kreisausschuss, der gestern in Haßfurt tagte. Deshalb müssen jetzt Kinder aus Ebern nach Pfarrweisach und von Zeil nach Zell. Die Kosten dafür hat der Kreis bisher übernommen, und der Kreisausschuss stimmte zu, die Kosten weiterhin vorerst bis zum Jahresende zu tragen. Allerdings soll versucht werden, zumindest eine Teil-Erstattung über den Bezirk oder das Land zu erhalten. Nach den derzeit gültigen Zahlen belaufen sich die Buskosten für den Kreis auf 16 368 Euro in zwölf Monaten.
Kreisrat Jürgen Hennemann (SPD) wies darauf hin, dass womöglich bald alle Kindertagesstätten im Kreis an ihre Grenzen stoßen. Denn wenn die syrischen Flüchtlinge wie zu erwarten schnell anerkannt werden und die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen dürfen, kämen wohl neue Familien nach.
Grundsätzlich waren sich alle Kreisräte einig, dass der Kindergarten gerade für die Kinder von Asylbewerbern wichtig und wertvoll ist. Landrat Schneider erklärte, dass das Landratsamt derzeit eine Erhebung über die freien Kindergartenplätze im Landkreis mache. sw