Der Landkreis Haßberge möchte die Bildungslandschaft künftig noch besser steuern und holt sich dafür die Unterstützung der Transferagentur Bayern für kommunales Bildungsmanagement; das ist ein Angebot der Metropolregion Nürnberg. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) unterzeichnete jetzt, wie das Landratsamt mitteilte, eine Kooperationsvereinbarung, in der die zentralen Ziele der künftigen Zusammenarbeit festgelegt sind.
2015 wurde der Kreis Haßberge nach einem aufwendigen Bewerbungsverfahren mit dem Gütesiegel "Bildungsregion in Bayern" der bayerischen Staats-regierung ausgezeichnet. Dieser Prozess thematisierte unter anderem einen Überblick der vorhandenen Bildungsangebote sowie einen breiten gesellschaftlichen Diskurs und ermöglichte erste bildungspolitische Zielsetzungen auf Kreisebene.
"Daran möchten wir nun anknüpfen", betonte Landrat Wilhelm Schneider. "Wir möchten die entstandenen Strukturen künftig weiterentwickeln und verstetigen, um einen langfristigen Mehrwert für die Region zu bewirken. Wir brauchen einen zuverlässigen Ansprechpartner für Bildungsfragen im Kreis, um das Thema systematisch bearbeiten zu können. Es ist gut, dass wir dabei auf die Kenntnisse und Netzwerke der Transferagentur zugreifen können."
Christa Standecker, die Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, kennt die Bedürfnisse der Kommunen: "Angesichts des demographischen Wandels und zur Sicherung des Fachkräftebedarfs wird Bildung als Standortfaktor immer wichtiger. Das Bildungsangebot in der Metropolregion ist breit und vielfältig. Vielfältig sind aber auch die Zuständigkeiten, Ansprechpartner und Interessen. Diese zu vernetzen und aufeinander abzustimmen, ist eine wichtige Aufgabe, die nur vor Ort in den Landkreisen und Städten gelingen kann. Zusätzlich ist es sinnvoll, sich über die kommunalen Grenzen hinweg zu kooperieren. Dies bietet sich im Falle der Haßberge insbesondere mit den Nachbarlandkreisen Coburg und Bamberg an, welche ebenfalls mit der Transferagentur der Metropolregion zusammenarbeiten", erklärte sie bei der Unterzeichnung.


"Bildung integriert"

Diese anspruchsvolle Aufgabe liegt seit Oktober 2015 bei Julia Hünemörder. Sie leitet das Projekt "Bildung integriert", das durch das gleichnamige Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kofinanziert wird. In Personalunion bearbeitet sie die beiden Teilgebiete Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring. Neben der Gremienarbeit und der Organisation öffentlicher Bildungskonferenzen sammelt, erhebt und analysiert sie Daten zu unterschiedlichen bildungspolitischen Fragestellungen. Derzeit organisiert sie eine größere Umfrage für Schülerinnen und Schüler, um deren Interessen hinsichtlich der Berufsorientierung eindeutig benennen zu können.
Claudia Lehnerer, Leiterin des Regionalbüros Bayern Nord der Transferagentur, sieht den Landkreis Haßberge damit auf einem guten Weg: "Um Angebote und Bedarfe in unter-schiedlichsten Bildungsbereichen aufeinander abzustimmen, ist ein klares Bild der Sachlage unerlässlich. Die Einrichtung des Projektes ,Bildung integriert' wird die Bildungsland-schaft im Landkreis weiter voranbringen. Wir freuen uns darauf, den Kreis Haßberge dabei zu begleiten", sagte sie. red