Coburg — Zum Wintersemester 2014/2015 hat der Landkreis Coburg zum ersten Mal Stipendien an Humanmedizinstudenten vergeben. Eine fünfköpfige Jury hat die Bewerbungen gesichtet und fünf Personen ausgewählt.
Vor Beginn des Stipendiatenprogramms haben die Gymnasien der Region und der angrenzenden Landkreise Informationen zum Programm erhalten. Gleichzeitig wurde das Stipendiatenprogramm bundesweit an allen Universitäten mit dem Studiengang Humanmedizin beworben. Am Ende hatten sich für den ersten Durchlauf zehn Interessenten gemeldet.
Nach Sichtung aller Bewerbungen wurden fünf ausgewählt und die Verträge geschlossen. Nachdem ein Student vom Angebot zurückgetreten ist, werden zurzeit vier angehende Mediziner monatlich mit jeweils 300 Euro unterstützt. Die Förderung endet nach maximal 60 Monaten. Im Gegenzug haben sich die Empfänger verpflichtet, nach erfolgreicher Approbation ihre fachärztliche Weiterbildung zum Allgemeinmediziner im Weiterbildungsverbund am Klinikum Coburg zu absolvieren. Im Anschluss daran sind sie zwei Jahre im Landkreis hausärztlich tätig.
"Die Hoffnung ist natürlich, dass sie auch darüber hinaus in der Region bleiben", sagt Nadine Wuttke, die das Stipendiatenprogramm betreut. Großes Hauptaugenmerk, so Wuttke weiter, soll auf die persönliche Betreuung während des gesamten Förderzeitraums gelegt werden. Die Stipendiaten sollen bereits während ihres Studiums die Möglichkeit haben, die Region kennenzulernen. "Neben dem Faktor Geld gibt es noch viele Gründe als Arzt aufs Land zu kommen: Niedrigere Immobilienpreise, viel Natur für Freizeitaktivitäten, intakte Sozialstrukturen und Integration in das Umfeld. Somit lernt man auch schneller und mehr", erläutert Dr. Christian Pohlig, Chefarzt und Leiter des Weiterbildungsverbundes am Klinikum Coburg.
Neben Landrat Michael Busch, Dr. Christian Pohlig, Dr. Beate Reinhardt sind auch Martina Berger von der Stabstelle Landkreisentwicklung und Dr. Roswitha Gradl, die Leiterin des Gesundheitsamtes am Auswahlprozess beteiligt gewesen. Ob das Stipendium etwas gegen den drohenden Hausärztemangel bewirken kann, ist erst mittelfristig abzusehen. Die ersten Nachwuchs-Mediziner werden im Jahr 2018 mit ihrem Studium fertig sein.
Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite: www.coburgerland-im-wandel.de oder direkt bei Nadine Wuttke unter Telefon 09561/514235, E-Mail: nadine.wuttke@landkreis-coburg.de. red