Untersteinbach — Seit etwa zwei Wochen leben zwei Asylbewerber in Rauhenebrach. Wie Bürgermeister Matthias Bäuerlein bei einem sehr gut besuchten Informationsabend zur Flüchtlingsproblematik im Schützenhaus in Untersteinbach mitteilte, hat die Gemeinde die Patenschaft übernommen. Lena Schuster und Katja Schug hätten sich bereit erklärt, die Flüchtlinge zu betreuen. Dieser Tage kämen zusätzlich zwei vierköpfige Familien aus der Ukraine nach Rauhenebrach. Das Ziel der Gemeinde, so der Bürgermeister, sei es, den Asylbewerbern einen menschenwürdigen Aufenthalt zu ermöglichen.
Gemeindereferentin Dagmar Schnös, die die Asylbewerber in Knetzgau betreut, führte aus, dass man ein gutes Netzwerk und eine Willkommens-Kultur schaffen wolle. Dieter Sauer vom Landratsamt erläuterte, dass im Kreis Haßberge drei Gemeinschaftsunterkünfte für die Asylbewerber eingerichtet wurden. Mittlerweile liege der Landkreis bei der Zahl der Unterkünfte über dem bayerischen Durchschnitt. Was die Aufenthaltsdauer betreffe, so könne man davon ausgehen, dass Flüchtlinge aus Syrien und Libyen nicht abgeschoben werden, weil in ihren Ländern Krieg herrscht.
Der Landkreis suche ganz normale Wohnungen als Unterkünfte. "Wir suchen immer noch viele ehrenamtliche Helfer, um diese Menschen betreuen zu können", sagte Sauer.
Dagmar Schnös fragte, welche Standard-Einrichtung in einer Unterkunft vorhanden sei. Sauer antwortete, dass der Landkreis Tisch und Stühle, Betten und Schränke oder auch einen Fernseher zur Verfügung stelle, "aber bestimmt kein Internet".
Jedem Asylbewerber stünden 143 Euro Taschengeld im Monat zur Verfügung. Für Nahrungsmittel erhalte er zusätzlich 216 Euro. Für ein Kleinkind bis zu sechs Jahren gebe es 84 Euro im Monat.
Da vom Staat nicht für jeden Emigranten ein Deutsch-Unterricht angeboten werden könne, habe die Caritas versucht, auch Sprachkurse zu organisieren, sagte die Sozial-Beraterin Hildegard Wolf. Die Caritas vermittle ebenso zwischen Eltern, Kindergärten und Schulen, damit kein Kind durchs "Raster" falle.
Auf die Frage, welche Hilfestellungen die Caritas Flüchtlingen gebe, deren Asyl-Antrag abgelehnt worden sei, antwortete Hildegard Wolf, dass man sich auf jeden Fall um eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung bemühe. Momentan seien vier Personen von der Caritas beauftragt, im Falle einer Abschiebung Hilfe zu gewähren.
Sie wies in diesem Zusammenhang auf einen Benefizlauf hin, der am 14. Mai in Wülflingen stattfindet. Damit werden den Flüchtlingen geholfen
Bäuerlein fasste zusammen, dass das ganze Bemühen um Integration mit dem Engagement der Bürger stehe und falle. heki