Steinach — Ob der diesjährige Zuwachs von neun neuen Klapperern allein dem Zeitungsbericht im Vorfeld und der Initiative des Heimatvereins zu verdanken ist, ist schwer zu sagen. "Aber es hat bestimmt positiv dazu beigetragen, dass wir heuer in Steinach eine stattliche Truppe von 22 Klapperern und sechs Steckenträger hatten", sagt Frank Schmitt, Vorsitzender des Steinacher Heimatvereins. In erster Linie sei das das Verdienst der Steckenträger um Chef-Steckenträger Lukas Elbert, die ihre Wurfzettel in alle Haushalte mit Kindern ab Vorschulalter verteilten und sich, wie jedes Jahr, wieder um Nachwuchs bemühten.
Die Steckenträger organisieren das Klappern, führen die Anwesenheitsliste, sorgen für Ordnung, achten auf die Sicherheit, sammeln am Karsamstag bei den Haushalten Geld und Gaben und teilen diese gerecht auf die Klapperer auf. Eine verantwortungvolle Aufgabe.
Einmal am Tag geht es nach dem regulären Klappergang noch gemeinsam zur Äußeren Mühle ("Buäschts-Mühl"). Das ist Tradition und vermittelt der ganzen Klapperschar ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl, wenn gleichzeitig 22 Klapperkästen scheppern und 28 Kinder "Es ist der engelische Gruß" singen. Dabei dürfen alle Steckenträger nacheinander ihren geschnitzten Stecken zum Gesang heben und haben so einmal das Kommando über die ganze Truppe.
In den zwei morgendlichen Klappergängen um 6 und um 9 Uhr am Karfreitag und Karsamstag begleiteten Mitglieder des Heimatvereins die Klappergruppen - nicht nur als Geleitschutz, sondern auch tatkräftig mit ihren alten Klapperkästen und mit kräftigem Gesang. Mancher fühlte sich 30 Jahre zurückversetzt und hatte sichtlich Spaß dabei. Vor allem daran, die Begeisterung der Kinder zu sehen.
Für die meisten Kinder war es außerhalb von Schule und Kindergarten die erste abenteuerliche "wilde" Gemeinschaftsaktion und eine Verpflichtung, die Dorfbewohner mit dem Morgengruß zu wecken und die Kirchgänger auf den Kirchgang hinzuweisen. Zum letzten Klappergang zur Osternachtsmesse um 20.15 Uhr machte sich dann wie immer die freudige Erleichterung bei Steckenträgern und Klapperern spürbar breit, als sie lauthals ihr "Wir klippern und klappern auf Haufen" in den Straßen erschallen ließen. Als danach jeder stolz und zufrieden seine "Lohn-Tüte" in den Händen hielt, ging man auseinander mit dem Versprechen: "Bestimmt bis zum nächsten Jahr!"