Einschränkungen bei persönlichen Begegnungen, Maskenpflicht bei Kulturveranstaltungen - das sind die Vorgaben, die derzeit in der Stadt Coburg gelten. Trotzdem wollen sich der Bachchor und Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein nicht entmutigen lassen. "Gerade die Kultur hat es schwer, die Veranstalter müssen sich neue, corona-gerechte Konzepte überlegen. Kulturinteressierte erleben andere Veranstaltungen auf andere Art", schreibt Stenglein in einer E-Mail ans Tageblatt: "Deshalb setzen wir ein Zeichen: Der Coburger Bachchor lebt und der Coburger Bachchor singt." Mit diesen Worten kündigt Stenglein ein Konzert für Sonntag, 22. November, an. Pandemiebedingt werde nur ein kleiner Teil des Chores singen, dafür gebe es eines der großartigsten Werke der Kirchenmusik zu hören: Kyrie und Gloria aus Bachs h-Moll-Messe.

Aufgrund des geringen Kartenkontingents (nach heutigem Stand gibt es 200 Plätze, verteilt auf die ganze Kirche), sind zwei Aufführungen vorgesehen, um 15 Uhr und um 17 Uhr. Eintrittskarten gibt es im Internet unter www.moriz-klingt.reservix.de/events und bei allen Vorverkaufsstellen von Reservix.

Selbstverständlich werden die gängigen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten. Die Kirche St. Moriz bietet Plätze im Mittelschiff, in den Seitenschiffen und auf den Emporen. Dort muss allerdings die erste Reihe frei bleiben.

Der Bachchor wird in kleiner Besetzung mit etwa 20 Sängerinnen und Sängern antreten. Als Solisten wirken mit: Monika Mauch und Nele Gramß (Sopran), Alexandra Hebart (Alt), Jan Kobow (Tenor), Matthias Horn (Bass). Es spielt das Main-Barockorchester Frankfurt. Die Leitung hat Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein.

"Derzeit sollen Konzerte nur circa eine Stunde dauern", erläutert Stenglein. Deshalb sei entschieden wordne, nur die Hälfte der h-Moll-Messe aufzuführen. "Damit entsprechen wir dieser Vorgabe."

Aber auch aus musikalischer Sicht sei diese Entscheidung möglich und nachvollziehbar, blickt Stenglein in die Geschichte des Werks zurück: Bach komponierte im Jahr 1733 die Teile Kyrie und Gloria und nannte sie "Missa". Er widmete sie Kurfürst Friedrich August II., der als König von Polen August III. genannt wurde. Erst gegen Ende seines Lebens vollendete Bach die Messe (1748/49), in dem er zum Teil Bearbeitungen früher komponierter Sätze sowie neue Kompositionen hinzufügte. red