Der Prozess zum Grundschulverbund Bamberg-Berggebiet begann vor mehr als zwei Jahren mit dem erklärten Ziel, sowohl die Domschule als auch die Kaulbergschule mit ihren jeweiligen Außenstellen Wildensorg und Bug zu erhalten. "Von Anfang an ging es um die Sicherstellung eines wohnortnahen Grundschulangebotes und kurzer Wege für Schüler und Eltern", betont Bürgermeister Christian Lange (CSU), gleichzeitig Schulreferent der Stadt Bamberg, in der Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Im Vorfeld wurden daher neben den betroffenen Bürgervereinen auch kirchliche Vertreter - wegen der schulischen Vorbereitung auf die Erstkommunion - in die Diskussion einbezogen.

Die zunächst ins Auge gefasste Umsprengelung des Stadtteils Südwest wurde nach intensiven Gesprächen mit der Regierung von Oberfranken zugunsten der flexibleren Verbundlösung aufgegeben. Nachdem auch die entsprechende Beschlusslage der zuständigen Senate des Bamberger Stadtrats angepasst wurde, konnte der Antrag zur Festlegung eines gemeinsamen Schulsprengels als Voraussetzung für den Grundschulverband Bamberg-Berggebiet an die Regierung von Oberfranken gestellt werden. Diese hat den gemeinsamen Sprengel inzwischen rückwirkend zum 1. August 2018 in Kraft gesetzt.

Optimale Auslastung

Neben dem Erhalt der optimalen räumlichen Auslastung der Standorte Domschule, Kaulbergschule, Wildensorg und Bug ging es allen Beteiligten auch darum, die Wünsche von Eltern und Kindern zu berücksichtigen. "Früher verlief mitten durch das Berggebiet die Sprengelgrenze. So etwas gibt es im Kindergarten aber nicht", erklärt Norbert Eger, Schulleiter der Kaulbergschule. Kinder, die sich im Kindergarten angefreundet haben, müssen nun dank des neuen, gemeinsamen Sprengels nicht mehr auf unterschiedliche Schulen gehen.

Sein Kollege Ernst Griebel, Leiter der Domschule, spricht gar von einem Vorbildcharakter des neuen Verbundes. Der Schulleiter freut sich, dass die Eltern nun keine Gastschulanträge mehr stellen müssen.

Denn die Zuweisung zu einer anderen Schule war bisher zwar unter bestimmten Voraussetzungen bereits möglich, jedoch mit einem größeren Verwaltungsaufwand verbunden, der nun wegfällt, was Schulamtsdirektor Thomas Kohl freut. Mehr noch: "Wir haben gemeinsam mit beiden Schulen ein pädagogisch-fachliches Kooperationskonzept erstellt." Dabei geht es beispielsweise um sportliche, musische und technische Arbeitsgemeinschaften. Dies ist ein weiterer Pluspunkt, zusätzlich zu den kurzen Wegen.

Austausch mit Eltern

Diese beziehen sich nicht nur auf den reinen Schulweg: "Manche Eltern haben zum Beispiel den Wunsch, ihr Kind in die Kaulbergschule zu schicken, wenn es nach dem Unterricht in den Hort am Stephansberg gehen soll", erklärt Norbert Eger. Er und sein Kollege Ernst Griebel stehen im stetigen Austausch mit den Eltern und haben zudem Elternabende anberaumt. Im nächsten Schuljahr können voraussichtlich alle Wünsche der Eltern berücksichtigt werden, was die Schulzuteilung angeht.

Auch die Stadt Bamberg als Schulaufwandsträger bewertet den Schulverbund Bamberg-Berggebiet positiv. Einerseits wurde ein stabiler vertraglicher Rahmen geschaffen, innerhalb dessen sich die Zusammenarbeit der beiden Schulen nachhaltig entwickeln könne, wie Matthias Pfeufer, Leiter des Amtes für Bildung, Schulen und Sport, erklärt. Andererseits passe die Gründung des Schulverbundes hervorragend zum Qualitätssiegel "Bildungsregionen in Bayern", für das sich Stadt und Landkreis aktuell gemeinsam bewerben.

"In einem der zentralen Bereiche der Initiative geht es explizit um nachhaltiges Schulgebäudemanagement. Mit unserem Schulverbund erfüllen wir passgenau die Kriterien dafür", erläutert Pfeufer, der gleichzeitig Leiter des für die Initiative federführenden Bildungsbüros ist. red