Weitramsdorf — In der Sitzung des Bauausschusses, die der Gemeinderatssitzung am Montagabend vorausging, stand erneut der Neubau des Kindergartens im Mittelpunkt, genauer dessen zukünftige Fenster. Mit knapper Mehrheit von fünf zu vier Stimmen sprachen sich die Mitglieder dafür aus, Kunststofffenster statt Holz-Aluminium-Fenster zur Ausschreibung zu bringen.
Zuvor hatte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs das Ergebnis der Gegenüberstellung der beiden Fenster-Varianten vorgetragen, mit dem das Architekturbüro Archi Viva beauftragt worden war. Im Durchschnitt aller Fenstergrößen, so erläuterte Architekt Lutz Wallenstein, ergäbe sich bei der von ihm angefragten Firma ein Preisvorteil von 23 Prozent für die Kunststoffvariante. Sollte das Gebäude länger als 40 Jahre genutzt werden, kämen diese Fenster aber teurer, weil sie ausgetauscht werden müssten.
Auf die Nachfrage Guido Seegers (ÜPWG), mit wie vielen Jahren Betriebsdauer man denn rechne, konnte der Bürgermeister nichts sagen. Die für den Einbau vorgesehenen Baustoffe sollten eine "normale Lebensdauer" von 80 bis 100 Jahren erreichen, meinte der Architekt. Auch sehe das Konzept eine mögliche Nachnutzung und Dreiteilung des Gebäudes vor. Wertigkeit, Kosten und Ökologie sprächen daher für die Holz-Alu-Variante, so lautete Wallensteins Fazit. Auch die Landeskirche hatte diese Fensterart für den Evangelischen Kindergarten favorisiert. Rainer Mattern, Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde Coburg, der als Zuschauer die Diskussion verfolgte, versprach vor der Abstimmung: "Egal, für welche Variante Sie sich auch entscheiden, ich werde mich dafür einsetzen, dass diese auch umgesetzt wird."
Anschließend genehmigte der Bauausschuss einstimmig noch folgende drei Bauanträge: Den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage durch Klaus und Christine Busch, Neundorf (trotz einer geringeren Dachneigung und einer größeren überbaubaren Fläche); die Errichtung eines Stahlgittermastes anstelle des bisherigen Beton-Sendemastes auf dem Greinberg durch die Deutsche Funkturm GmbH sowie eine Nutzungsänderung des ehemaligen Schlecker-Gebäudes in Weitramsdorf. Dort will die Projekt Bauart Immoinvest GmbH jetzt Wohnungen einrichten.

Warum kein Kirchenvorstand?

Mitglieder des Bauausschusses und des Gemeinderats forderten den Bürgermeister in beiden Sitzungen auf, über den Fortschritt des Kindergartenneubaus unterrichtet zu werden. Im Gemeinderat fragte Ulrich Kräußlich (FW) auch nach, warum kein Mitglied des Kirchenvorstands zur Bauausschusssitzung eingeladen worden sei, obwohl das Vorgänger-Gremium dem Vorstand ein dauerhaftes Rederecht in allen den Kindergarten betreffenden Tagesordnungspunkten zugesprochen habe. Laut Bauersachs gilt es hier, die Rechtslage zu prüfen. Man werde aber die gute Praxis beibehalten und zukünftig gemeinsame Belange vorab besprechen, versicherte der Bürgermeister. bkn