Christiane reuther "Schön, dass Sie wieder da sind!" Die Freude war sowohl bei den Veranstaltern als auch bei den Besuchern groß, die sich am Samstag zur ersten Vernissage nach dem Corona-Lockdown im Obergeschoss von Schloss Oberschwappach einfanden. Ein logistischer Aufwand sowie ein ausgefeiltes Hygiene- und Abstandskonzept waren nötig, um die Ausstellung "Zoff" zu ermöglichen. Da maximal nur 40 Besuchern Einlass gewährt werden konnte, fand die Ausstellungseröffnung in zwei Schichten statt.

Knetzgaus Dritte Bürgermeisterin Susanne Haase-Leykam erinnerte daran, dass es, bedingt durch Corona, viele Ausfälle gab. Sie sollen nach und nach abgearbeitet werden.

"Kunst ist Veränderung, und wer an Faust denkt, weiß, wer den Augenblick fixieren will, verstrickt sich in teuflische Versprechungen", wandte sich Galerist Egon Stumpf sowohl an die ausstellenden Künstler Lisa Wölfel, Michael Eppler, Minor Alexander und Markus Burkard als auch an die Besucher. Gemeinsam mit seiner Frau Eleonore zeichnet der Eschenauer Galerist verantwortlich dafür, dass das Schloss aus seinem erzwungenen Dornröschenschlaf wieder zu neuem Kunstleben erwacht. Stumpf fragte sich: "Eröffnung von Zoff oder mit Zoff"?

In der Kunstgeschichte gebe es, so Stumpf, Beispiele für bewusst gestaltete Brüche mit dem Alten und der Hinwendung zu Neuem. "Kunst ist Veränderung und der Blick auf die Welt wird fortwährend neu justiert", sagte er. Stumpf stellte fest, dass es bei den vier ausstellenden Künstlern bei Veränderung um einen permanenten Prozess gehe, der unausweichlich scheine, weil jede Generation sich und ihre Welt neu erfinden und neu gestalten wolle.

Der Galerist trat mit den vier jungen Künstlern in einen Dialog und fragte sie nach ihren Ideen und Konzepten für ihre neue Kunstwelt. Dabei gaben die jungen Leute Einblicke in ihr Schaffen, ihre künstlerischen Intentionen und neuen Werke.

Der aus Haßfurt gebürtigen und jetzt in Leipzig lebenden Künstlerin Lisa Wölfel sei es zu verdanken, dass sich die Künstlergruppe so zusammensetzt. Die junge Frau fängt laut Egon Stumpf den Augenblick malerisch diffus ein und lässt nicht zu, dass ein Betrachter sich niederlasse in einer illusionierten Sicherheit des perfekten Moments. Ihr Lebenspartner Michael Eppler stammt aus Waiblingen und lebt jetzt ebenfalls in Leipzig. Er schlage gefärbten Seifenschaum wie Thesen auf die Leinwand, beschrieb Egon Stumpf. Der junge Mann fing während seines Besuchs im Landkreis verschiedene Motive aus dem Maintal ein und setzte sie künstlerisch mit Tusche auf Papier um.

Laut Stumpf hinterlässt der aus der Ukraine stammende Minor Alexander Spuren an allen erdenklichen Orten, die sich weit weg von den Tempeln der Kunst befänden. Die Einfühlung in Formen der Natur drücke sich in den ausgestellten Werken des in Berlin lebenden Künstlers aus. Es sei keine Naturnachahmung, sondern eine künstlerische Interpretation der Gefühle aus einer Begegnung mit den unscheinbaren Dingen aus der Natur, sagte Egon Stumpf über den Künstler.

Dazu gesellen sich die poppig bunten, kraftvoll leuchtenden zwei- und dreidimensionalen Arbeiten von Markus Burkard aus Nürnberg. Mit Herz inszeniert, mit Leichtigkeit gemalt, mit Zartheit unterlegt, mischen sich die organischen Formen des jungen Mannes voller Vitalität mit Aktion und Bewegung.