Gertrud Plescher-Fahnler ist die nächste Künstlerin, deren Arbeiten in den Räumen des Hospizvereines gezeigt werden. Eigentlich sollten die Bilder schon im Mai 2020 ausgestellt werden. Corona verlegte diesen Plan in die Warteschleife, heißt es in einer Pressemitteilung. Während des Lockdowns hatte sich dann das Ausstellungskonzept geändert. "Der ursprüngliche Titel ,Unterwegs‘ passt nun nicht mehr!", erzählt Gertrud Plescher-Fahnler, "denn wie viele andere Leute war ich in diesem Jahr überhaupt nicht unterwegs." Keine Zeichenkurse, nichts. Die Zeit der sozialen Distanz hat die Künstlerin genutzt und unfertige Bilder wieder in die Hand genommen. Sie entdeckte das Thema Mensch wieder: als Portrait oder als Akt. Da blickt zum Beispiel ein mit Mund-Nasen-Bedeckung verhülltes Ich aus einem goldenen Spiegel. Aus Aktzeichnungen destillierte Linien wurden zu einem Holzschnitt, der drei Bewegungen in einer Figur zeigt. Slow Motion - festgehalten auf farbigem Karton.

Bis 2010 arbeitete die Absolventin der Akademie der bildenden Künste München als Kunsterzieherin am Coburger Gymnasium Ernestinum. Danach widmete sich Gertrud Plescher-Fahnler, geboren 1947 in Hof, ihren künstlerischen Tätigkeiten als freischaffende Grafikerin, Malerin, Zeichnerin und Bildhauerin. In ihrem Atelier und in der Druckwerkstatt in Coburg arbeitet sie zu ihren Themen gerne in Bilderserien oder Mappenwerken. Daneben illustriert sie literarische Texte. Von ihr waren bislang erst wenige Einzelausstellungen, beispielsweise im Coburger Kunstverein, zu sehen. Arbeiten von ihr befinden sich im Besitz der Stadt Coburg und der Kunstsammlungen der Veste Coburg.

Die Ausstellung kann besichtigt werden vom 5. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 zu den Bürozeiten des Hospizvereins von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr und nach Vereinbarung. red