Am kulturpolitischen Credo von Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) gibt es nichts zu deuteln: "Coburg ohne das Landestheater wäre nicht mehr Coburg." Das Landestheater als funktionierendes Drei-Sparten-Haus im Herzen der Stadt - das ist gleichermaßen Bekenntnis zur Kunst wie zur Stadt. Doch Kunst braucht auch Förderer - in Zukunft mehr denn je, wie die Diskussion um die Haushalts-Konsolidierung beweist. Sparen und trotzdem in die Kunst investieren: Wie soll das funktionieren?
Im Falle des Landestheaters ganz einfach dadurch, dass die Finanzierung des Spielbetriebs im Musentempel künftig auf eine breitere Basis zu stellen ist.
Sponsoren sind dafür der wichtige erste Schritt. Die VR-Bank Coburg wird das Landestheater auch in Zukunft als wichtiger Sponsor unterstützen. Diese Nachricht brachte am Freitag die Spielplan-Pressekonferenz. Und dass die Brose-Unternehmens-Gruppe in der nächsten Saison mit ihrer finanziellen Unterstützung die Neuinszenierung von Richard Wagners "Parsifal" ermöglicht (wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt), ist ebenfalls eine gute Nachricht. Das allein freilich wird auf Dauer nicht reichen.
Das Landestheater braucht weitere und vor allem kontinuierliche Unterstützung jenseits der Zuschüsse von Freistaat und Stadt. Helfen könnte eine Stiftung, in die sich nicht zuletzt jene großen Unternehmen einbringen können, die immer wieder betonen, wie wichtig ein qualitativ hochwertiges Kultur-Angebot als Standort-Faktor ist.
Unlängst hat SPD-Fraktionsvorsitzende Bettina Lesch-Lasaridis einen Zweckverband Landestheater ins Gespräch gebracht. Schließlich profitieren auch der Landkreis Coburg und die umliegenden Landkreise vom Spielplan-Angebot des Landestheaters. Jochen Berger