In einem freundlichen Braunton empfängt die stattliche, 55 Zentimeter hohe Bronze-Büste die Besucher im Ausstellungsraum. Claus Tittmann hat einen Zyklus verschiedener Köpfe und Torsi zu Carl-Maria von Webers Uraufführung des "Freischütz" im Jahr 1821 und zu Friedrich Hölderlins 250. Geburtstag geschaffen.

Noch ist die beeindruckende Bronze mit der langen Nase und den faszinierenden Details in Berndorf zu bestaunen. Doch nicht mehr lange. Denn am 25. August wandert sie nach Frankfurt am Main und wird dort im "KunstRaum Bernusstraße" zu sehen sein.

Wichtig war es Claus Tittmann, während des Arbeitsprozesses in den Dialog mit dem jeweiligen Material zu treten und dies auch zu zeigen. Aus diesem Grund präsentiert er bei seiner Sommer-Ausstellung auch Köpfe und Torsi in Keramik oder Gips, teils mit farbiger Fassung, sowie Monotypien in Asphaltlack, Tusche oder Farbkreise.

Claus Tittmanns neuer Zyklus macht nur einen kleinen Teil der Ausstellung aus. Er zeigt seine bekannten Reliefs in Alu- und Eisenguss. Und damit auch größere Besuchergruppen coronakonform die Ausstellung genießen können, sind viele Kunstwerke draußen - neben dem Atelier - im Garten zu sehen. Da buhlt ein Ginkgobaum aus Eisen mit der Natur um Aufmerksamkeit, Blumen ranken sich um Bronzen und Eisenguss-Kreationen, Wolken werden in Alu manifestiert. Jedes Mal aufs Neue beeindrucken Tittmanns Relief-Kunstwerke im Obergeschoss der Galerei.

Doch bei der Vernissage konnten auch andere Künstler ihre Werke zur Schau stellen. Tochter Julia Tittmann konzentrierte sich auf "Viechereien". Sie hat im Garten ihre Tiere aus Keramik aufgebaut. Sie zeigt Elefanten, Ziegen, aber auch Vögel. Als Dritter im Bunde konnte der Nürnberger André Debus gewonnen werden: ein freischaffender Künstler, der durch seinen Onkel Claus Tittmann zur Kunst gefunden hat. "Ich habe an der Akademie für Bildende Künste in Nürnberg studiert", erklärt er.

Im Atelier zeigt er imponierende Landschaftsimpressionen aus Lappland. Vor allem die Polarlichter, die in leuchtendem Grün und zartem Violett am Firmament prangen, beeindrucken die Betrachter. "Diese Lichter sind selten in der europäischen Kunst zu finden, vor allem nicht als realistische Darstellungen", erklärt Debus selbst. Dies liegt vor allem daran, dass Violetttöne erst in der Neuzeit Eingang in die Malerei gefunden haben.

Als weiteres Element der Sommerausstellung konnten die Tittmanns auch in diesem Jahr wieder eine Schmuckdesignerin gewinnen: Toma Johanne Hilgenfeld. Sie bezaubert mit filigranen Ringen und Schmuckstücken.