Kann Kunst eigentlich neben Kunst existieren? Die zehn Künstler, die derzeit mit ihren Werken die "Kunst Konsum" in Nordhalben bevölkern, meinen: "Ja."

Die Eröffnung des neuen Projektes in der Kronacher Straße jedenfalls war ein voller Erfolg, der selbst die Initiatoren überraschte. "Schön war's. Alle sind begeistert", so das Resümee.

Ein Bummel durch die Räume zeigt nicht nur Kunst, sondern verdeutlicht vor allem das Konzept, das hinter den wochenlangen Bemühungen steckt. Und er zeigt, was Diana und Kai Deckelmann und Volker Ullenboom jetzt wieder gemeinsam ausgeheckt haben. Hier ist nichts hinter Glasvitrinen versteckt, kein "Bitte nicht berühren-Schild" lässt Abstand halten. Kunst hautnah, zum Anfühlen und zum Begreifen.

Die Künstler selbst sind keine Unbekannten und spätestens seit dem Kunstsommer im vergangenen Jahr sind sie ein Teil der Nordhalbener Kunstszene. Man trifft zum Beispiel Judith Franke, die es weg von einem Künstler-Symposium auf den Kanaren hin nach Nordhalben gelockt hatte, um bei der Eröffnung dabei zu sein. Daneben steht Maler Peter Bannert, mit Ingo Cesaro ins Gespräch vertieft. Und Cesaro kommentiert: "Es ist gut, wenn in ländlichen Gebieten etwas Richtung Kunst passiert. Das hier ist ein Versuch. Ob er Erfolg haben wird, wird sich zeigen."

Mit dabei auch die Frau, die sich mit der "Einheit der Gegensätze" auseinandersetzt: Eva Maria Brunner will mit ihren Werken die Vielfalt bei Pflanzen und Menschen zeigen. Auf einen Austausch hatte sich auch Denisa Ruzickova gefreut, die ihre Porträts und bemalten T-Shirts mitgebracht hatte. "In Bayreuth habe ich Volker Ullenboom kennengelernt, deshalb in ich jetzt hier."

"Ich male meist Gesichter mit geschlossenen Augen," sagt Nadja Volk von sich. Ihr bewundernder Blick schweift dabei durch die Räume. "Ich bin froh, dass ich hier sein darf." Das denkt auch Hobby-Fotografin Jeanette Fiedler. Sie hatte an der Eröffnung schon einige ihrer Werke verkaufen können. "Ich lebe und brenne für die Lost-Place-Fotografie."

"Schön oder hässlich? Das liegt doch im Auge des Betrachters." Das jedenfalls meint Elke Harras, die sich außerdem fragt: "Was trage ich in mir, das ich nach außen tragen möchte?" Die Begeisterung hatte aber nicht nur die Künstler selbst erfasst, sondern auch die zahlreichen Besucher. Einer davon war aus Bayreuth gekommen und hatte auch seinen Sohn mitgebracht: "Das hier ist unglaublich. Schauen und einkaufen, das ist genial. Am meisten mag ich ja die Gemälde, aber mal sehen, was wir sonst noch finden."

Die aufgelockerte Stimmung war auch Kai Deckelmann zu verdanken, der am Klavier Akzente setzte. Die "Kunst Konsum" wird an jedem ersten Sonntag im Monat von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Die Künstler wechseln, die gemütliche Atmosphäre aber soll bleiben.