Vor dem Beruflichen Schulzentrum weht nicht nur die deutsche, sondern auch die türkische Flagge und die Fahne der Unesco im Wind . Das BSZ Kulmbach gilt als Keimzelle für deutsch-türkische Freundschaft, weil seit mehr als 30 Jahren ein Austauschprogramm zwischen dem Beruflichen Schulzentrum und der „Tophane Teknik Lisesi ve Endüstri Meslek Lisesi Bursa“ gepflegt wird. Aus diesem Grund feierte der Unesco-Club Kulmbach sein 25-jähriges Bestehen.

Im Mittelpunkt stand das gesellige Miteinander, das gemeinsame Essen. Der türkische Frauenkreis Kulmbach und das Cateringteam um Michael Stöcker sowie Schüler der FOS 11W mit Tanja Kleinhenz hatten ein internationales Büffet vorbereitet. Der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Alexander Battistella freute sich über die vielen Gäste und den regen Austausch, den er als dritter Schulleiter in Folge (nach Werner Eschenbacher und Wolfram Müller) erleben könne. „Es sind die Begegnungen zwischen den Menschen, die das Leben lebenswert machen. Die Freundschaft zwischen unserem Beruflichen Schulzentrum und der Türkei besteht seit dreißig Jahren und sie ist sehr lebendig“, sagte Battistella. Schüler aus Kulmbach und Schüler aus Bursa haben über das Austauschprogramm die Möglichkeit, die Schule des anderen Landes zu erleben, aber auch Praktika in Unternehmen zu absolvieren. Dies ermögliche Einblicke, wie sie ohne die Partnerschaft nicht möglich seien. Allerdings pflegt das Berufliche Schulzentrum nicht nur lebhaften Austausch mit der Türkei, sondern auch mit Irland, Frankreich, Italien und mit Martinique in der Karibik.

Landrat Klaus Peter Söllner würdigte vor allem die Gastfreundschaft, die er bei seinen persönlichen Aufenthalten in Bursa erlebt habe. „Wir müssen unser kulturelles Erbe erhalten und pflegen, aber auch den Austausch mit Menschen fördern“, sagte der Landrat beim Festakt des Unesco-Clubs. Oberbürgermeister Ingo Lehmann weilte erst kürzlich in der Partnerstadt Bursa und stand noch unter dem Eindruck der Herzlichkeit. Die türkische Stadt sei eine riesige Metropole. „Der Unesco-Club hat für den Erhalt der Welterbestätten Einzigartiges geleistet“, zollte Oberbürgermeister Ingo Lehmann Respekt.

Aus der Türkei weilten Tahsin Bulut vom Unesco-Club Bursa und die Gründerin und ehemalige Präsidentin des Unesco-Clubs Bursa Oya Bozkurt in Kulmbach und hielten Festansprachen. Ohne die Berufsschüler wäre das Dorf Cumalikizik mit der mehr als 700 Jahre alten Moschee heute wohl nicht mehr erhalten. Doch durch die Aktivitäten des deutschen und des türkischen Unesco-Clubs konnten schützenswerte Häuser gekauft, saniert und erhalten werden. Dorfbewohner wurden in den Erhaltungsprozess einbezogen, kehrten zurück und machten bei neuen Initiativen mit. Heute stehe das Dorf auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes, erinnerte Oya Bozkurt in Türkisch. Der Kulmbacher Ayhan Mazioglu übersetzte.

Der Vorsitzende des Unesco-Clubs Kulmbach , Hartmut Schuberth, legte offen, dass der Club aktuell nur 38 Mitglieder habe und hofft, dass der Unesco-Gedanke auch weiterhin groß gehalten werde, denn die Aufgaben seien vielfältig.

Hartmut Schuberth wurde zum Ehrenmitglied, ebenso Oya Bozkurt, Gründerin und ehemalige Präsidentin des Unesco-Clubs Bursa. Der ehemalige Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Werner Eschenbacher ist nun Ehrenvorsitzender.

Auch die Gründungsmitglieder und engagierten Vereine wurden ausgezeichnet. Professor Kai Purnhagen von der Universität Bayreuth hielt einen Festvortrag über die Forschungen der Kulmbacher Wissenschaftler.

Beschlossen wurde die Feier mit der Spendenübergabe zur Errichtung von Unesco-Stelen vor dem Beruflichen Schulzentrum und mit den Nationalhymnen. Harald Streit umrahmte den Festakt mit dem Ensemble der Städtischen Musikschule musikalisch.

Folgende Mitglieder wurden geehrt: Georg Elben, Erhard Hildner, Annegret Kühne, Stefan Schaffranek, Otto Schuhmann , Hans Schwender, Landrat Klaus Peter Söllner , der Adalbert-Raps-Förderverein, der Lions-Club Kulmbach-Plassenburg, die Sparkasse Kulmbach , die V+R Bank Oberfranken Mitte, Rudolf Eber, Manfred Kerl, Jörg Naumann, Johannes Popp, Elke Schneider, Anette Schoberth, Fritz Töpfer und Heinz Vogel. so