Die Nachricht der Telekom , dass bereits in den Jahren 2024 und 2025 der Hauptort, Limmersdorf und Berndorf Glasfaser bekommen sollen, ist für den Markt „wie ein Sechser im Lotto“. Auch für den Rest des Marktes gibt es schon einen Plan, schnell ans schnelle Hochleistungsnetz zu kommen.

Fünf Verfahren zur Verbesserung des Internets hat der Markt Thurnau schon erfolgreich hinter sich gebracht. Schnelles Internet gibt es in Thurnau inzwischen eigentlich überall. Doch bislang konzentrierten sich die Ausbaustufen auf die Erschließung und auf Verbesserungen mit Kupferkabeln.

Dank Vectoring und Supervenctoring erreichen viele Haushalte schon mehr als 100 Megabyte. 110 Anwesen in Thurnau sind schon mit Glasfaser ausgestattet. Dies wurde in der letzten Ausbauphase mithilfe des sogenannten Höfebonus gefördert.

Auf Kosten der Telekom

Jetzt hat die Telekom der Verwaltung mitgeteilt, dass der komplette Hauptort Thurnau , aber auch Limmersdorf und Berndorf zur Gänze mit dem schnellen und hochleistungsfähigen Glasfasernetz ausgebaut werden sollen: in Eigenregie auf Kosten der Telekom – und zwar schon in den Jahren 2024/25. „Diese Nachricht mutet wie ein Sechser im Lotto an“, machte der Digitalbeauftrage Ingomar Hoffmann klar. Denn das bedeutet, dass durch den Ausbau der Telekom voraussichtlich weitere 932 Adressen mit Glasfasernetz erschlossen werden. „Das würde bedeuten, dass wir dann zwei Drittel aller Anwesen mit Glasfaser bis ins Haus erschlossen haben“, so Hoffmann.

Bei insgesamt 1600 Adressen blieben also noch 512 übrig. Für diese hat sich der Digitalbeauftragte einen Plan B zurechtgelegt und stellte diesen im Gemeinderat vor. Denn natürlich sollen auch die Menschen in Tannfeld, Hutschdorf und Alladorf nicht leer ausgehen. All diese Adressen könnten durch ein sogenanntes gefördertes Verfahren Glasfaser bekommen.

Komfortable Situation

Das bedeutet: Nach einer Markterkundung baut der Markt Thurnau auf eigene Kosten ein Glasfasernetz und vermietet es dann an einen Betreiber. Bei solch einem geförderten Modell wird die Planung zu 100 Prozent bezuschusst, der Bau mit 90 Prozent.

„Allein durch den Ausbau der Telekom in Eigenregie sind wir, was die Erschließung mit Glasfaser angeht, in einer Situation, nach der sich andere Kommunen die Finger lecken würden. Bis Ende der Legislaturperiode könnten wir den Markt Thurnau zu 100 Prozent mit Glasfaser erschlossen haben“, machte Hoffmann klar. Das würde bedeuten, dass der Markt Thurnau das erklärte Ziel des Freistaates Bayern und der Bundesregierung , ganz Deutschland mit Glasfaser auszustatten, schon in den nächsten Jahren erreichen würde.

Veit Pöhlmann (FDP) fragte nach, ob nicht die Gefahr bestehen würde, dass sich der Netzbetreiber – in diesem Fall die Telekom – nur die Rosinen herauspicken würde. Doch Ingomar Hoffmann stellte in Aussicht, dass sich die Investitionen in absehbarer Zeit schnell refinanzieren würden. Erwin Schneider (FW-ÜWG) kommentierte die Diskussion mit den Worten: „Die Telekom wird ihren Weg gehen. Aber wichtig ist, dass auch die restlichen 532 Adressen zu schnellem Internet kommen. Wir dürfen im Markt nicht unterschiedliche Situationen schaffen.“

Der Marktgemeinderat waren sich einig, dass der Anschluss an das superschnelle Glasfasernetz ein echter Standort- und Wettbewerbsvorteil sei und Thurnau davon profitieren würde.