Fladungen — Eine ausgebüxte Kuhherde hat die Mellrichstädter Polizei und die Fladunger Feuerwehr am Sonntagabend mächtig auf Trab gebracht.
Es war für die Beamten wie auch für die Floriansjünger ein Einsatz der besonderen Art. Die Tiere waren durch ein "Schlupfloch" im Weidezaun in die Freiheit entwischt und erkundeten die nähere Umgebung. "Glücklicherweise waren die Kühe so freundlich, für ihren Spaziergang einen Wanderweg zu benutzen - so blieben Verkehrsbehinderungen aus", witzelt das Polizeipräsidium Unterfranken in seiner Pressemitteilung. Personen wurden nicht gefährdet. Rechtzeitig zur Schlafenszeit, teilten die Beamten am späten Sonntag mit, war die Herde wieder zurück auf der Weide.
Gegen 20 Uhr hatten zwei Verkehrsteilnehmer, die auf der Hochrhönstraße unterwegs waren, die ungewöhnliche Entdeckung neben der Fahrbahn gemacht. Vorbildlich sicherten sie die Strecke mit Warndreiecken ab und verständigten die Polizei. Beamte der Polizeiinspektion Mellrichstadt hatten dann alle Hände voll zu tun, die etwa 60 Kühe in Schach zu halten. Die Kuhherde, die auf einer Weide in der Nähe der alten Hochrhönstraße zuhause ist, lief nämlich von Leubach zuerst Richtung Höchrhönstraße und dann zur Sennhütte. Anschließend erklommen die Tiere noch den Touristenanziehungspunkt "Schwarzes Moor" und genossen kurzzeitig die Aussicht, bevor sie sich zurück zur Hochrhönstraße begaben.


"Schlupfloch geschlossen"

Mithilfe eines anderen Tierhalters, der sich bereit erklärt hatte, die Beamten zu unterstützen, trieben die Polizisten die Herde schließlich knappe zwei Stunden später zurück an ihren angestammten Platz. Die Floriansjünger, die vor Ort mit zwölf Mann im Einsatz waren und die Viehtreiber in spe tatkräftig unterstützt hatten, schlossen sofort das "Schlupfloch", damit die Vierbeiner nicht wieder auf die Idee kommen konnten, einen Ausflug zu unternehmen.
Die zehn Tiere, die die Zeit über auf der Weide auf ihre Artgenossen gewartet hatten, waren jedenfalls nicht die einzigen, die froh über die Rückkehr der Kühe waren. Auch der Besitzer, der zwischenzeitlich eingetroffen war, zeigte sich erleichtert, dass der Einsatz für alle Beteiligten glimpflich ausgegangen ist. ski