Forchheim — In der Forchheimer Rathaushalle (Hauptstraße 24) findet vom 29. August bis einschließlich 13. September eine Ausstellung von Glasermeister Günther John, Bildhauer Wolfram von Bieren sowie Kunstschmied und Metallbaumeister Ortwin Polz statt. Sie präsentieren in einer gemeinsamen Schau Werke ihres künstlerischen Schaffens.
Der in Forchheim bekannte Glasermeister Günther John zeigt traditionelle Kunstverglasungen und moderne Glasobjekte, die von ihm selbst oder seinen ehemaligen Auszubildenden gefertigt wurden.


Bassgeige aus Glas

Zu sehen sind Glas-Collagen, wie zum Beispiel ein Schwimmer in moderner Glasklebetechnik ausgeführt und in altbewährte Bleiverglasung integriert. Oder der Korpus einer Bassgeige aus Glas geformt und gebogen. In aufwendiger Arbeitsweise wurde ein moderner Fächer aus Glas gestaltet, dessen strahlenförmige Falten aus der Ebene herausgearbeitet wurden. Selbst eine funktionsfähige Standuhr wurde in Glas und Blei angefertigt. Die Liste der Kunstwerke ist mit Objekten wie einem 32-strahligen Stern oder einem Spinnennetz noch lange nicht zu Ende. Die Vielfalt der Ideen zeigt, dass ein traditionelles Handwerk heute noch in der Lage ist, aus dem ihm zur Verfügung stehenden Werkstoff Dinge anzufertigen, die einfach begeistern.


Unsicherheit?

Auch wird die bei den Laien eventuell vorhandene Unsicherheit vor Ort an verständlichen Beispielen erläutert. Die bevorzugten Materialien von Bildhauer Wolfram von Bieren für seine künstlerischen Arbeiten sind Naturstein und Bronze.
Zum Entstehungsprozess gehören dabei Zeichnungen und Tonskizzen.Bei Auftragsarbeiten ergab sich über Jahre auch immer wieder eine kreative Zusammenarbeit mit der Kunstschmiede Ortwin Polz. In neuerer Zeit wurde nun die Glaskunst ein Thema seiner Arbeit.Hier sind die Materialkenntnis, die Erfahrung und die Findigkeit des Glasermeisters Günther John gefragt. Stein kann ohne Frage gut mit dem Metall wie auch mit Glas zusammenspielen. Die lange Tradition dieser Materialien ist noch lange nicht erschöpft: Durch ihre Wertigkeit fordern sie den Künstler, belohnen jedoch durch ihre sinnlich wahrnehmbare Intensität.
Der in Kärnten/Österreich geborene Kunstschmied und Metallbaumeister Ortwin Polz ist seit 1980 selbständig und Dozent für Schmiedetechnik an der Handwerkskammer in Bayreuth. Ortwin Polz übt den Beruf des Schmieds. Schlossers und Metallbauers seit nunmehr 50 Jahren aus.
Im Laufe dieser langen Zeit änderte sich zwar die Berufsbezeichnung mehrmals, aus Schmied wurde Schlosser. Den gibt es jetzt auch nicht mehr, weil er in Metallbauer umbenannt wurde. Das Handwerk bleibt jedoch das Gleiche. Es kamen lediglich neue Techniken hinzu.
Ortwin Polz betreibt mit seiner Frau Ulrike Dräger (M.A. Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit) nach wie vor einen kleinen Handwerksbetrieb in Hausen bei Forchheim. Neben den üblichen Schlosser- und Metallbauarbeiten hat er sich auf traditionelle und historische Schlosserarbeiten spezialisiert.
So entstehen mit Hilfe von Feuer, Hammer und Amboss durch Muskelkraft wunderbare Kunstobjekte, wie zum Beispiel der Ausleger des ehemaligen "Hotels Krone" in Forchheim. Individueller Gartenschmuck, Windspiele, Skulpturen, Tierdarstellungen und geschmiedete Blumen gehören zu dem Repertoire, das auch in der Ausstellung zu sehen ist.


Hervorragende Messer

Ortwin Polz befasst sich besonders mit der historischen Technik des Feuerschweißens, die ihm sehr am Herzen liegt. Diese Technik ist zur Damas therstellung unverzichtbar. Damastzener Stahl wird zum Messerbau verwendet. So sind etliche hervorragende Messer entstanden, die auch in den Rathaushallen zu sehen sind. Weiterhin werden Arbeiten von Ehefrau Ulrike und von Holger Gottschlieg, einem ehemaligen Lehrling, gezeigt. red