Kronach — "Umweltschule in Europa - Internationale Nachhaltigkeitsschule" ist eine Auszeichnung, um die sich bayerische Schulen bewerben können. Sie müssen dazu innerhalb eines Schuljahres zwei Themenfelder aus den Bereichen Umwelt/Nachhaltigkeit bearbeiten, dokumentieren und einer Fachjury vorlegen.

"Es ist äußerst lobenswert, dass alle Umweltschulen im Landkreis - trotz coronabedingt erschwerter Bedingungen - ihre Arbeit für die Umwelt fortgesetzt und Projekte durchgeführt haben", würdigt der Umwelt-Fachberater im Schulamt Kronach, Klemens Löffler. Besonders erfreulich sei es, dass sich die Grundschule Wilhelmsthal wieder nach kurzer Pause in den Kreis der Umweltschulen eingereiht und die Grund- und Mittelschule Windheim erstmals diese Auszeichnung erhalten habe. Somit gibt es nun zwölf Umweltschulen im Landkreis. Nachstehend die Projekte zur Zertifizierung als Umweltschule für das Schuljahr 2019/20:

Grundschule Windheim: Biologische Vielfalt in der Schulumgebung: Eine Obstbaum-Pflanzaktion mit dem Obst- und Gartenbauverein entfiel wegen der Schulschließung. Stattfinden konnte das Projekt "Grüner Daumen im Klassenzimmer", bei dem sich Schüler in ihren Pausen um Tomatenpflanzen kümmerten. Nistkästen wurden gebaut und in der Schulumgebung aufgehängt.

Zusätzlich beschloss die SMV das Aufstellen einer Batteriesammelbox in jedem Klassenzimmer und im Lehrerzimmer. Ungenießbare Äpfel auf dem Schulgelände wurden eingesammelt und Tieren im Wald zur Verfügung gestellt.

Ausblick: Unter dem Motto "Windheim goes green" wird das Schulhaus immer grüner. Unterstützung leistet dabei die seit diesem Schuljahr ins Leben gerufene Umwelt-AG der Mittelschule. Wichtig bei allen Projekten ist die Partizipation der Schüler. Daher möchte man noch in diesem Schuljahr ein "Green Team" gründen.

Grundschule Johannisthal-Schmölz: Durch die Jahreszeiten hindurch nahmen die Kinder die biologische Vielfalt ins Visier. Im Herbst wurde Laub gesammelt, nach Form und Größe sortiert und beschrieben. Die Färbung machte man sich für die Gestaltung von Blättertieren zunutze.

Im Winter wurden Vögel mit selbst hergestelltem Futter angelockt, beobachtet, beschrieben und bestimmt. Im Frühjahr begann die Arbeit im Schulgarten. Im Sommer konnten die Kinder die Obst- und Gemüsesorten aus dem Schulgarten genießen und Insekten an den Sommerblumen beobachten.

Mit Beginn der Gartensaison wurde das Schulbeet in einen Bauerngarten umgestaltet und Gemüse angesät oder ausgepflanzt. Damit die Kinder zuhause während des Lockdowns aktiv werden konnten, spendete eine Gärtnerei Jungpflanzen und es fand eine Pflanzentauschbörse auf dem Schulhof statt. Überzählige Pflänzchen konnten abgestellt und andere Sorten mitgenommen werden. Die Entwicklung ihrer Gemüsepflanzen dokumentierten die Kinder in Bild und Text und gaben ihre Lieblingsrezepte an. Ein Projekttag mit den Klima-Machern zeigte den Zusammenhang zwischen Klima und eigener Ernährung auf.

Grundschule Ludwigsstadt: Die Dritt- und Viertklässler der Schule beschäftigten sich mit der Frage: Was hat unser Konsum mit dem Klima zu tun? Ramona Krauß von der Energievision Frankenwald vermittelte, wie Treibhausgase entstehen und wie sie die Ozonschicht zerstören. Am Beispiel der Produktion einer Jeans wurde deutlich, dass sich Transportwege heute quer über den halben Globus ziehen.

Auch das Thema Müllvermeidung stand auf dem Stundenplan. Die Schüler erkannten: Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht! Ihre Erkenntnisse verpackten die "Theaterkids" in eine moderne Version des Märchens "Frau Holle".

Grundschule Stockheim: Coronabedingt wurde im abgelaufenen Jahr lediglich das Projekt "Plastik im Meer" theoretisch behandelt. In den vergangenen Jahren war die Schule jedoch sehr aktiv im Bereich der Großgemeinde Stockheim. Dabei wurde aktiv mit Vereinen und Behörden zusammengearbeitet, so insbesondere bei der Pflege der Streuobstwiese und beim Anlegen von Blühstreifen. Die Streuobstwiese besteht schon seit sieben Jahren.

Unter Anleitung eines Landschaftsgärtners übernehmen die Kinder die der Jahreszeit entsprechenden Pflegearbeiten. Aufgrund der Trockenheit wurden heuer Gießgräben angelegt. Angeregt durch das Volksbegehren schufen die Kinder neuen Lebensraum für Bienen. Mit dem "Grüntrupp" der Gemeinde legten sie mehrere Blühstreifen an.

Grundschule Wallenfels: Die Schule verfügt über einen eigenen Schulwald und einen Schulgarten mit Bienenvolk. Diese Einrichtungen bestimmen und fördern die Schulprojekte. Die Schüler bestimmten und zählten die wichtigsten heimischen Insektenarten. Zudem beobachteten und zählten sie die Wintervögel.

Für den Martinsmarkt an der Schule, dessen Erlös dem Förderverein "Biz for Kids" zugutekommt, wurden von allen Klassen viele Dinge selbst hergestellt und angeboten - so u. a. Vogelfutteraufhänger aus Fett und Körnern, Stoffbeutel, Seifen und Kräutersalze, Kerzen aus Bienenwachs. Zudem erfolgte eine Baumpflanzaktion im Schulwald mit Baumarten, die den Klimawandel besser aushalten.

Grundschule Wilhelmsthal: Die Schüler hatten selbst die Idee, Meisenknödel herzustellen. Die Holzhalterungen malten die Kinder mit Wachsmalkreide an. Mit Hilfe der Lehrer wurden die Futtersterne an die Halterungen gesteckt. Schön war es, die Vögel beim Picken zu beobachten. Das für Mai geplante Hauptprojekt - eine Exkursion aller Klassen - musste wegen Corona abgesagt werden. Die "Klima-Macher" hätten Module zum Thema Klima angeboten und die Schule bei Projekten unterstützt. Dieses Projekt wird im kommenden Frühling wieder aufgegriffen.

Grundschule Tettau: Im Herbst erkundeten alle Jahrgangsstufen den Wald rund um das grüne Klassenzimmer. Die Betreuerinnen in der Offenen Ganztagsschule nutzten das grüne Klassenzimmer, um mit den Kindern Naturmaterialien zu sammeln, Tipis zu bauen und Gewürzsträuße zu binden. Die Kinder aller Klassen pflegten die Kräuterschnecke, gossen die Pflanzkästen und steckten Blumenzwiebeln auf den Grünflächen. Die Viertklässler bemalten die Latten eines farbenfrohen Holzzaunes als Abgrenzung des Pausenhofes.

Im Herbst führte die Schule eine Projektwoche "Gesundheit und Nachhaltigkeit" durch. Die Kinder kochten Apfelmus, bereiteten Obstsalat zu und kochten eine Kürbissuppe. Mitarbeiter der Energievision Frankenwald erarbeiteten mit den Kindern, wie sich unser Konsum und Müll auf das Klima auswirken. An einem Sporttag bauten die Lehrkräfte in der Turnhalle "Urwaldstationen" auf. Helfer der örtlichen DLRG boten im schuleigenen Schwimmbad ein Schwimmtraining an. Zudem wurde weiterhin auf Mülltrennung in den Klassenzimmern geachtet und eine Altpapiersammlung durchgeführt.

Grundschule Teuschnitz: Die 1. und 2. Klasse beschäftigte sich mit der Unterscheidung der Begriffe Klima, Wetter und Klimazonen. Mit dem Buch "Wie viel wärmer ist 1 Grad?" gingen sie auf die Problematik der Klimaerwärmung ein. Während der Phase "Lernen zu Hause" wurde das Thema mit Texten und Videofilmen vertieft. Mit den Eltern sollten die Kinder beim Einkauf darauf achten, regionale Produkte zu kaufen. Die 3. und 4. Klasse führten mit den "Klima-Machern" zwei Projekte durch: "Erneuerbare Energien" und "Klima wandeln - Klima retten". Sie erfuhren dabei u.a., was Energie ist und wie sie produziert wird. Von der 1. bis zur 4. Klasse wurde der richtige Umgang mit Müll und Mülltrennung besprochen. Beim Lernen zuhause sammelten viele Kinder mit ihren Eltern bei Spaziergängen Müll und dokumentierten dies mit Bildern und Plakaten. In der 4. Klasse wurde - neben einer Müllsammelaktion - das Buch "Piwi und die Plastiksuppe" gelesen. Dabei erkannten die Schüler die verheerenden Auswirkungen von Plastikmüll im Meer und sie entwickelten Maßnahmen, wo sie an verschiedenen Orten Müll einsparen können. Den Abschluss bildeten Upcycling-Projekte, wobei Neues aus alten Milchtüten und Sportgeräten entstand.

Grundschule Rodachtal: Zum Thema "Nachhaltigkeit in der Schulmobilität! Es geht auch ohne Elterntaxi!" wurde an die Projekte der Vorjahre angeknüpft. Immer mehr Kinder kamen im Schuljahr 2019/20 zu Fuß zur Schule. Die Erstklässler wurden von Beginn an von älteren Schülern in die Gruppen aufgenommen und schlossen sich den "Walking-Bus-Linien" an. Gemeinsam lief man aus den einzelnen Wohngebieten entlang der neuen wetterfesten "Walking-Bus-Schilder" zur Schule. Beeindruckt von den Bildern glücklicher Kinder aus einem Waisenhaus in Sri Lanka, die aufgrund einer großartigen Aktion der Grundschule Rodachtal ein neues Bad erhielten, wurde zum zweiten Thema "Global denken - global handeln! Hilfe für Sri Lanka" erneut fleißig gespendet. Stolze 378,81 Euro kamen zustande. Das Geld soll genutzt werden, um die undichte Decke im Speisesaal des Waisenhauses zu reparieren. Zudem wurden 111 Brillen für Menschen mit Sehschwäche gesammelt, die vor Ort von Fachleuten angepasst werden.

Grundschule Nordhalben: Mit dem Ranger in den Wald: Um den Klimawandel näher zu verdeutlichen, begab sich die Schule auf Entdeckungstour in den Wald. Die Kinder hatten Fragen notiert und Lupen sowie Fotoapparate dabei. Die Schäden des Borkenkäfers machten die Nachteile von Monokulturen und den erforderlichen Waldumbau deutlich. Spielerisch vermittelte der Ranger kompetent Wissen und ermöglichte umfangreiche Erlebnisse im Wald.

Da die Schule aktiv in das Gemeindeleben eingebunden ist, hat sie in Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und dem Biodiversitätsbeauftragten der Gemeinde eine Obstbaum-Allee gepflanzt.

Grundschule Weißenbrunn: Im Rahmen einer Projektwoche widmete sich die Schule mit OGT dem Thema Klima. Die Schüler differenzierten den Klimaschutz und den sozialen Bereich des Klassenklimas. "Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg" wurde durch die Trainerin Katja Reitz thematisiert. Ebenfalls in allen Klassen erfolgte ein Projekttag durch die "Klima-Macher". Dabei wurde der Zusammenhang von Nahrungsmittelproduktion und Klima vermittelt. Außerdem präsentierte die Schülerinteressengemeinschaft der "Umweltfrösche" ihren Song und die "Eh-da"-Fläche beim Schulwald wurde besucht. Im Offenen Ganztag feierten die Kinder ein Erntefest mit regionalen und saisonalen Köstlichkeiten.

Mit den Schülern wurde im Winter 2019/20 anhand von Büchern und Filmen über die Bedeutung der Honigbiene aufgeklärt. Für den örtlichen Weihnachtsmarkt stellten die Schüler Gestecke mit selbst gerollten Bienenwachskerzen her. Im Gespräch ging man immer wieder auf den Schwarmtrieb als Arterhaltung/Verjüngung ein. Das Bienenwesen der Königin stand im Fokus. Wieder im Präsenzunterricht informierte man die "Jungimker" mit Bild- und Filmmaterial und rekonstruierte man die Geschehnisse.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Grund- und Mittelschule Küps.