Wieder einmal waren die Teilnehmer der Kronacher Gymnasien beim Schülerwettbewerb des Nordoberfränkischen Vereins erfolgreich. Mit Maximilian Pfadenhauer vom Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG) und Merle-Sophie Bayer vom Frankenwald-Gymnasium (FWG) konnten gleich zwei Absolventen des diesjährigen Kronacher Abiturjahrgangs für ihre hervorragenden W-Seminararbeiten ausgezeichnet werden. Dazu gratulierten der Hofer OB Harald Fichtner und die Vorsitzende des Nordoberfränkischen Vereins, Sandra Kastner, M.A. in ihren Grußworten herzlich.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde konnte den Siegern ihre Urkunde sowie ein Preisgeld übergeben werden. Gastgeber war die Johann-August-Wirth-Realschule Hof, die in der Kategorie "Projekte" den ersten Preis davongetragen hatte. Philip Grünler vom Otto-Hahn-Gymnasium (Marktredwitz) wurde Sieger in der Abteilung "W-Seminar" mit einer Arbeit über die "Kritische Betrachtung der Kriegsbegeisterung des Jahres 1914 mit besonderem Augenmerk auf die Region Fichtelgebirge".
Der zweite Preis ging an Maximilian Pfadenhauer vom KZG für seine Arbeit "Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel des Schicksals zweier sudetendeutscher Familien". Die Jury hebt in ihrer Laudatio hervor, dass es ihm anhand seiner eigenen Großelterngeneration anschaulich gelungen ist, die Erinnerungen seiner Angehörigen in einen größeren Kontext zu stellen, der in die Darstellung der Perspektiven einer dauerhaften Friedensordnung (Euregio Egrensis) einmündete, was durch Recherchen vor Ort in Form einer detektivischen Spurensuche in der alten Heimat und ein intensives Einlesen in die Sekundärliteratur gewährleistet wurde. Ein besonderer Schwerpunkt lag in der Beurteilung der Integration der Vertriebenen in ihrer neuen Heimat Oberfranken. Damit konnte der Bogen bis in die Gegenwart gespannt werden, indem ein Transfer zwischen den Schicksalen heutiger und damaliger Flüchtlinge unternommen wurde.
Der dritte Preis ging an Merle-Sophie Bayer für ihre Arbeit "Postkarten und Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg von Kriegsteilnehmern aus dem Landkreis Kronach", entstanden am FWG im Rahmen des W-Seminars "Der Landkreis Kronach im Ersten Weltkrieg" unter Leitung von Studienrat Sebastian Stepanek. Bayer hat dafür 123 Feldpostkarten aus dem Stadtarchiv Kronach, die den Ort Zeyern betreffen, sowie sieben Postkarten und zwölf Briefe aus privaten Beständen transkribiert und als Anhang ihrer Arbeit beigefügt. Auf dieser Grundlage hat Bayer aufgezeigt, wie sich die Feldpost im Kriegsverlauf hinsichtlich Inhalt und Stimmung der Brief- und Kartenschreiber verändert; ebenso hat sie den Einfluss der Zensur untersucht und die vorliegende Feldpost mit der Realität des Frontalltags verglichen. red