Es ist schon ein zauberhaftes Fleckchen Erde, umgeben von intakter Natur und grünen Wäldern. Auf dem beliebten Wanderweg in der Gemeinde Wilhelmsthal , hinter dem letzten landwirtschaftlichen Anwesen des Weilers Geschwend etwa 500 Meter flussaufwärts führt ein Holzsteg über die Kremnitz. Der Zahn der Zeit hatte in den vergangenen Jahren am Holz genagt, am Ende musste der durchfeuchtete Übergang abgerissen werden.

Die Hesselbacher „Gratwanderer“ bauten im Sommer mit gewaltig er Manpower in Eigenregie einen komplett neuen hochwertigen Steg – ein wahres Schmuckstück, das sich optisch sehr harmonisch in das idyllische Landschaftsbild einfügt.

„Der in die Jahre gekommene Steg war völlig marode und total verfault. Eine Reparatur hätte keinen Sinn mehr gemacht“, erklärt Stefan Pfadenhauer, Vorsitzender der „Gratwanderer“. Im Frühjahr hätten die Mitglieder des aus einer Wandergruppe hervorgegangenen Vereins daher die Initiative für einen Neubau ergriffen.

Gemeinde steuert 3000 Euro bei

Die Gemeinde Wilhelmsthal erklärte sich bereit, das Vorhaben mit 3000 Euro zu bezuschussen. Das benötigte Bauholz spendeten die Bayerischen Staatsforsten, vertreten durch Forstbetriebsleiter Fritz Maier. Hinzu kamen weitere Privatspenden aus der Bevölkerung im Kronachtal. Schließlich konnten die „Gratwanderer“ tüchtig Hand anlegen, damit alle Wanderer wieder sicher und trockenen Fußes den Fluss überqueren konnten.

Die malerische Wanderstrecke liegt am Europäischen Fernwanderweg und erfreut sich das ganze Jahr über großer Beliebtheit. Da Bewegung an der frischen Luft bekanntlich durstig macht, haben die „Gratwanderer“ neben dem neuen Steg Ende August noch auf Initiative von Pascal Pfadenhauer den „Hesselbacher Bierbrunnen“ errichtet.

Die Aktiven legten eine 200 Meter lange Wasserleitung , um so das Wasser der Kremnitz durch den aus Eichenholz geschnitzten Brunnen zu leiten. Dadurch bleiben die den Wanderern zur Verfügung gestellten Getränke wunderbar kühl. Freiwillige Spenden für das kühle Nass können in eine „Kasse des Vertrauens“ geworfen werden. Den Brunnen ziert ein großer, ebenfalls geschnitzter Steinbock, das Wappentier der „Gratwanderer“.

Die erfrischende Attraktion ist sogar im Koomot-Wanderführer aufgeführt. Geschnitzt haben sowohl Brunnen als auch Wappentier die Zimmerleute der Firma Pfadenhauer.

Bedauerlicherweise führt bislang kein ausgewiesener Frankenwald-Steig durch die Gemeinde Wilhelmsthal . Geht es nach den „Gratwanderern“, so soll sich das bald ändern. Gemeinsam mit Geschäftsführer Markus Franz vom Frankenwald-Tourismus strebt man eine solche Tour an, die natürlich auch am neuen Steg mitsamt Bierbrunnen vorbeiführen soll. Entsprechende Führer sind laut Stefan Pfadenhauer vorhanden.

Als Ziel und Startpunkt ist der Parkplatz beim Hesselbacher Sportplatz angedacht, wo in Nicht-Corona-Zeiten an jedem ersten Freitag im Monat die „Alm“ des SSV Lahm-Hesselbach bewirtschaftet wird. Ebenfalls Richtung Sportplatz findet sich die von den Mitgliedern angelegte „Gratwanderer“-Allee mit zahlreichen Bäumen.

Ein eigener Steig geplant

„Der Steig soll natürlich den Namen Gratwanderer-Steig erhalten“, erzählt Stefan Pfadenhauer, der auf eine Umsetzung im kommenden Jahr hofft.

Am 1. Mai 2022 feiert der rührige Verein mit seinen rund 30 Mitgliedern im Alter von fünf bis 76 Jahren sein achtjähriges Bestehen. Gewandert wird übrigens nicht nur im heimischen Frankenwald, die Aktiven unternehmen auch anspruchsvolle Hochgebirgstouren wie zum Beispiel auf dem Meraner Höhenweg. Einmal im Jahr wird auch eine familienfreundliche Tour angeboten. Ziele sind die Fränkische oder die Sächsische Schweiz.

Im Verein sind alle Wanderfreunde herzlich willkommen. Die „Gratwanderer“ verfügen auch über ein eigenes Zelt mit Platz für rund 120 Personen, das landkreisweit angemietet werden kann.