Nach zweijähriger Pause organisierte der Bayerische Bauernverband im Kreis Kronach wieder einen Landfrauentag. Bei der Veranstaltung blickte der Verband für ländliche Fachbildung (VlF) weit zurück in die Vergangenheit des 100-jährigen Bestehens, aber auch in die Zukunft .

Kreisbäuerin Rosa Zehnter machte deutlich, dass Frauen in der Landwirtschaft den Bauernverband beleben und Brücken bauen würden. Sie seien offen für praktikable Lösungen und hätten mit ihrer Kreativität vieles auf den Weg gebracht. Die Corona-Pandemie sowie der Ukraine-Krieg würden deutlich machen, wie wichtig heimische Landwirtschaft sei. Ernährungssicherung und Klimawandel seien daher zentrale Themen der Zukunft.

Ökologische Zukunftsvision

Aber wie könnte die Landwirtschaft im Jahr 2040 aussehen? Der Wunsch nach eigenständiger Nahrungs- und Lebensmittelversorgung mit tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln werde auch in Deutschland lauter. Die Neo-Ökologie bestimme zunehmend das wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Handeln. Land- und Forstwirtschaft könnten künftig bei Klimaschutz, Bodenfruchtbarkeit, Wassermanagement oder Naturschutz eine stärkere gestalterische Rolle einnehmen, um das Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen.

Bayerns Landwirtschaft könne laut Kreisbäuerin Rosa Zehnter im Jahr 2040 unter der Überschrift „regional, vielfältig, kreativ, innovativ, familiär“ daher unter positiven Aspekten gesehen werden. Land- und Forstwirtschaft bilde bis 2040 das grüne Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft. Durch Diversifizierung rechne der BBV zukünftig mit neuen Geschäftsmodellen und Start-ups mit mehr als einer Million Beschäftigten.

Dazu bräuchten die Bauern aber ein deutliches Bekenntnis der Politik und Gesellschaft zur Zukunft bäuerlicher Familienbetriebe. Landwirtschaftliche Flächen dürfen nicht zu Spekulationsobjekten für Kapitalmärkte werden.

Zehnter sieht zudem Bildung als wichtigen Stützpfeiler an. Kindern müsse in Bauernhöfen die Entstehung von Nahrungsmitteln vor Augen geführt werden. Erfreulich sei auch, dass wieder mehr junge Leute aufs Land ziehen wollen. Andererseits müsse man aufpassen, dass die Landwirte nicht zu Marionetten der Großindustrie werden. Landratsstellvertreter Bernd Steger machte deutlich, dass Landfrauen einer der Aktivposten im lebendigen öffentlichen Leben seien.

Der Landesvorsitzende des VlF, Hans Koller , sprach sich für eine Stärkung der Regionalität aus. Er ging kritisch auf das Verhalten der Wohlstandsgesellschaft ein.

Zeitzeugnisse

Im zweiten Teil der Veranstaltung stand dann das 100. Jubiläum des VlF im Mittelpunkt. Dazu hatte Vorsitzender Gerd Zehnter mit seinem Team unter anderem eine ansehnliche und lehrreiche Ausstellung vorbereitet. Sie führte unter Beteiligung von Zeitzeugen sowie langjähriger und ehemaliger Mitglieder auf eine Zeitreise von der Tradition zur Moderne. eh