Zum Artikel „ Kronach will raus aus der Auto-Sackgasse“:

Es wird Zeit, dass Kronach die seit langem überholte, autofreundliche innerstädtische Verkehrsplanung aus den 70er Jahren hinter sich lässt. Es gab hierzu schon viele Anläufe, aber es fehlte bisher der nötige Willen und der Mut zur Umsetzung. Für eine moderne, bürgerfreundliche und auch umweltbewusste Hochschulstadt gibt es hierzu jedoch keine Alternative!

Fahrende und parkende Autos sollten in der oberen und unteren Kernstadt nicht mehr das Stadtbild dominieren. Im ersten Schritt und zur Eingewöhnung könnte eine Verkehrsberuhigung mit Tempo 20 erfolgen und die Parkplätze an den Straßenrändern generell entfallen. Der frei werdende Platz ist für erste Umgestaltungen, z.B. breitere Gehsteige, asphaltierte Radwegespuren und Freiflächen willkommen. Natürlich müssen ersatzweise weitere Parkmöglichkeiten am Rand der Kernstadt entstehen, aber gleichzeitig das in Kronach weitverbreitete Wild-Parken auch kontrolliert werden. Mit dem Mobilitätskonzept und den Selbstfahrbussen hat Kronach schon ein beachtliches Angebot im ÖPNV , nur muss dieses auch angenommen werden! Das Herumfahren leerer Busse kostet viel Geld und belasten die Umwelt! Der reine Durchfahrtsverkehr, umweltbelastende Rundendreher und das sogenannte Autoposing (Imponier- und Balzverhalten) sollten zurückgedrängt werden. Es gibt genügend Umgehungen und Erschließungsalternativen für die Kernstadt.

Ein großes Problem stellt dabei die sehr stark frequentierte und für Fußgänger und Radfahrer gefährliche Stöhrstraße dar, die mitten durch Wohngebiete und Schulwege führt. Hier muss dringend eine Entlastung und Entschärfung erfolgen. Mittelfristig sollten in der Kernstadt Fußgängerzonen mit attraktiver grundlegender Neugestaltung das Ziel sein. Natürlich wird es dabei begrenzte Zufahrtsrechte für Anwohner, körperlich Beeinträchtigte und Lieferanten geben müssen. Der Handel und die Gastronomie könnten sich auf eine höhere Kundenfrequenz freuen, wie sich dies in den meisten Städten gezeigt hat, die dies bereits umgesetzt haben. Wer zu Fuß in der Stadt unterwegs ist, nimmt mehr Angebote, auch kleinerer Läden wahr, kehrt gerne mal ein und tut gleichzeitig noch etwas für die Gesundheit! Wie herrlich wäre es, unsere wunderschöne Altstadt zu durchlaufen, ohne lärmenden, stinkenden Autos ausweichen zu müssen und viel Platz zum Flanieren und Verweilen zu haben! Frau Bürgermeisterin Hofmann und Bundestagskandidat Dr. Geisler können nun ihre Zukunftsfähigkeit im Stadtrat unter Beweis stellen! Gehen wir’s an!

Barbara und Thilo Geith, Kronach