Karl-Heinz Hofmann

Im Bierdorf werden wieder Wohnungen für eine seltene Vogelart geschaffen. Durch den Abriss des ehemaligen Schultheiß- Bräu- Gebäudekomplexes im Jahr 2009 wurden den Mauerseglern ihre Nistmöglichkeiten genommen. Nun setzt sich die Naturschutzbehörde dafür ein, ihnen neue Domizile anzubieten.

Die Gemeinde Weißenbrunn freut sich über fünf neue Nistkästen für Mauersegler, die von der Naturschutzbehörde des Landratsamtes Kronach übergeben wurden. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde suchte die Gemeinde nach einem passenden Gebäude, um spezielle Nistkästen für Mauersegler anzubringen und den Tieren damit, neben dem Kirchturm, noch eine weitere Brutstätte zu bieten. Fündig wurde man ganz in der Nähe, denn der Schlauchturm des Weißenbrunner Feuerwehrhauses stellte sich als bestens geeignet heraus. Und da für die Reparatur des Streusalzsilos am Bauhof sowieso eine Hebebühne benötigt wurde, nutzte man den Synergieeffekt und setzte für die Anbringung der Nistkästen die Hebebühne ein.

Nistkästen aus Beton

Diese Nistkästen aus Beton können aufgrund ihres speziellen Fluglochs nur von Mauerseglern und keinen anderen Vogelarten angeflogen werden. Ein Glücksfall ist für die Gemeinde, dass Bauhofvorarbeiter Gerd Stahlberger auch ausgesprochener Naturliebhaber ist.

Markus Martini vom Landratsamt Kronach lobte in diesem Zusammenhang die Arbeit der Gemeinde Weißenbrunn und deren Einsatz für den Artenschutz . Bürgermeister Jörg Neubauer bestätigte, dass das Thema Naturschutz in Weißenbrunn großgeschrieben werde. Die Erfahrung von Gerd Stahlberger erweise sich als besonders wertvoll, meint der Rathauschef.

Spezielles Schneidwerkzeug

Das zeigt sich auch bei der Grünpflege. Der Bauhofvorarbeiter kümmert sich gemeinsam mit seinem Team im gesamten Gemeindegebiet um rund 17 Kilometer Heckenbestand, davon muss jährlich mindestens ein Drittel zurückgeschnitten werden. Hierfür hat die Gemeinde Weißenbrunn ein spezielles Schneidwerkzeug, das an den Traktor angebracht wird und einen per Hand gesteuerten Heckenschnitt ermöglicht. Das Ergebnis ist nicht nur ästhetisch, sondern auch gesünder für die Pflanzen und weniger gefährlich für die in den Hecken lebenden Neuntöter. Außerdem wird durch regelmäßiges Zurückschneiden ein Überwuchs im Laufe der Jahre und ein daraus resultierender Abriss der Pflanzen verhindert.

Besonders großen Wert legt Stahlberger auch auf den Erhalt des Baumbestandes im Gemeindegebiet. So findet man in Weißenbrunn und seinen Ortsteilen eine große Anzahl an wunderschönen Eichen, aber auch beeindruckende Weißdornbäume fühlen sich hier wohl. In und um die gesunden Bäume tummeln sich neben Vögeln auch Insekten, und so ist man besonders stolz, dass in der Gemeinde Weißenbrunn sogar die seltenen Hirsch- und Nashornkäfer zu finden sind. Bürgermeister Jörg Neubauer hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bäumen zu stärken, und dankte Markus Martini von der Naturschutzbehörde für seine Unterstützung und die stets gute Zusammenarbeit.