In einer der letzten Sitzungen des Gemeinde­rats Pressig stand das Thema kommunale Strom­beschaffung auf der Tages­ordnung. Leider entschied sich das Gremium gegen die Stimmen von Hasan Dag und Peter Barnikol-Veit für die Variante „Normal­strom“. Die beiden Räte hatten angeregt, „Ökostrom“ zu beziehen und damit ein Zeichen für den Einsatz gegen die Klima­katastrophe zu setzen.

Auch ich hatte in meiner Zeit als Gemeinde­rat versucht, die Gemeinde von der Beschaffung mit Ökostrom zu überzeugen. Ich führte dazu stundenlange Gespräche mit den vier Ökost­roman­bietern, die diesen auch zu 100 Prozent anbieten; also ohne RECS-Zertifikate und sonstige Grünfärbereien. Ich bat die Verwaltung, mir Unterlagen bzw. Informationen zur Verfügung zu stellen – auf die warte ich noch heute. Letztlich alles – auch schon damals – erfolg­los. Wenn natürlich vor Sitzungs­beginn eine Eon-Zeitschrift auf jedem Platz liegt, ahnt man, wer Einfluss nehmen will und wo die Reise hingehen soll.

Offensichtlich hat man die Zeichen der Zeit, im Gegensatz zu anderen Kommunen, immer noch nicht erkannt. Da nützt es auch nichts, auf die Abschaffung von Strom­fressern zu verweisen. Bei der damaligen Umstellung der Straßenlaternen auf energieärmere Leucht­mittel wurde gleichzeitig auf die Leucht­pausen verzichtet. Von einer Strom­einsparung bzw. einem ökologischen Strom­einsatz konnte nicht die Rede sein, von Licht­verschmutzung ganz zu schweigen. Ein Gemeinde­ratskollege meinte damals dazu, wenn eine Firma so wirtschaften würde, wäre sie längst pleite.

Wir müssen den Strom­verbrauch senken u n d den zu verbrauchenden Strom aus erneuerbaren Energien decken. Da muss ich an den Spruch der Umwelt­bewegungen aus den 80ern nach einem Indianer­zitat denken: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“. Das mit den Bäumen sehen wir ja bereits hier im Franken­wald.

Dass man es viel­leicht mit Umwelt­schutz nicht so genau nimmt, zeigt ein Ölschaden durch einen kommunalen Traktor in Posseck. Der wurde zwar abgestreut, aber was nützt das, wenn man das mit Öl vollgesogene Binde­mittel liegen lässt und die Gefahren­stelle nicht mal absichert. Obwohl nach fünf Tagen eine E-Mail gesendet und nach einer weiteren Woche nochmals persönlich angerufen wurde, hat sich nichts getan. Der Fahrzeug­verkehr hat zwischenzeitlich den ganzen „Baaz“ verteilt und Regen und Schnee haben dafür gesorgt dass das Öl in Boden, Kanal und Gewässer eingetragen wurde.

Josef Schedel

Posseck