Karl-Heinz Hofmann

Glosberg  —  Der Organist , Dirigent und Chorleiter Roberto Seidel aus Gilching bei München gastierte erneut zu einem Konzert in Glosberg . Die Besonderheit hierbei war, dass der Kirchenmusiker der Pfarrei St. Sebastian in Gilching diesmal das Konzert in der Wallfahrtskirche Mariä Geburt Glosberg selbst arrangierte, und zwar über den kürzlich auf seine Initiative hin gegründeten Förderverein Kirchenmusik Mariä Geburt Glosberg .

Sein Engagement für die Pfarrei Mariä Geburt Glosberg kommt aber nicht von ungefähr, es ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass der vielseitig engagierte Kirchenmusiker ein Kind des Frankenwaldes ist. Er ist in Kronach geboren und in Neuglosberg aufgewachsen, bis ihn sein Studium und die Liebe zur Musik zunächst aus seiner Heimat wegzogen. Seit einem Jahr etwa hat er seine Liebe zur Heimat wieder entdeckt und kommt regelmäßig gerne in den Frankenwald. Hier hat er schon mit Konzerten aufhorchen lassen und aufgrund mehrfachen Wunsches wurde zusammen mit Kirchenpflegerin Martina Stumpf und einem weiteren Team begeisterter ehrenamtlich engagierter Frauen und Männer in der Pfarrei Mariä Geburt Glosberg der Förderverein Kirchenmusik gegründet. Er hat gespürt, dass hier Bedarf an Kirchenkonzerten ist.

Zusammen mit seinem „Dream-Team vor Ort“, wie er die fleißigen Helfer nennt, hat er ein schönes Konzert zusammenstellen können. Den Orgelvirtuosen begleitete schon zum zweiten Mal die Mezzosopranistin Carolin Ritter in den Frankenwald. Mit Orgel und Gesang bewegten beide die Herzen ihrer Zuhörer mit Liedkompositionen von Franz Schubert , Gustav Mahler und Richard Wagner . Sie boten wunderschöne Musik zum Träumen und Nachdenken. Passend zum Konzert-Motto „Wort und Musik – Nacht und Traum der heiligen Schrift“ hatten die drei Lektorinnen, Kerstin Kopp, Martina Stumpf und Annette Urban, mit Lesungen, in tiefgründigste Träume aus Bibeltexten, geführt.

Aus dem ersten Buch Moses war aus dem Traum Jakobs zu entnehmen, wie Engel die Himmelsleiter auf und ab gingen. Der Traum trog nicht: Jakob wurde zu einem der biblischen Stammväter. Auch von Josefs Traumdeutungskünsten, mit denen er den Pharao begeistert hat, war in einer Lesung zu hören. Auch aus Matthäus 2, 13-15 war zu entnehmen, dass Träume nicht immer Schäume sein müssen. Hätte Josef dieses Mal seinem Traum nicht geglaubt, wäre Jesus womöglich schon als Säugling ermordet worden. Ein Engel hatte Josef im Schlaf vor den Häschern des Herodes gewarnt, die Jesus töten wollen. Josef nimmt Maria und das Kind und flieht nach Ägypten. In Bethlehem fallen unzählige unschuldige Kinder dem Wahn des Herodes zum Opfer.

Marienlieder auf der Panflöte

Den Musikgenuss dieses Abends vollendete dann noch zwischen Orgel, Gesang und den Lesungen, der Panflötist Maik Förner aus Wallenfels mit traumhaften Melodien auf seiner Panflöte. Er begann mit der zauberhaften, die Seele ergreifenden „Dolannes Melodie“ und bewegte die Herzen der faszinierten Zuhörer mit einigen schönen Marienliedern.

Der musikalische Leiter an der Orgel, Roberto Seidel, hatte ein Gespür dafür, was dem Frankenwäldler nun noch fehlte. Er stieß auf große Zustimmung als er vorschlug, „wir singen jetzt alle gemeinsam das bekannte Kirchenlied ,Großer Gott wir loben Dich’“, natürlich mit Orgelbegleitung durch Roberto Seidel. Es wurde ein Herz ergreifender Abschluss eines ohnehin die Gemüter bewegenden Konzertes.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die drei Lektorinnen vor dem Konzert sehr viel Arbeit mit der Organisation hatten. Denn die Corona-Pandemie ist noch allgegenwärtig, so mussten Anwesenheitslisten geführt werden, die Desinfektions- und Maskenregel sowie der vorgeschriebene Abstand eingehalten werden, wozu wiederum eine Platzzuteilung erforderlich war. Die drei Frauen meisterten diese Aufgaben vorzüglich, so dass trotz unerwarteter großer Zuhörerzahl alle Vorgaben eingehalten werden konnten.

Johanna Bergmann ist Wortgottesdienstleiterin in der Herz- Jesu-Pfarrei Pressig und war angetan, von dem künstlerischen Niveau des Konzertes, ebenso wie von der wunderbaren Atmosphäre in der mit vielen sakralen Besonderheiten ausgestatteten Barockkirche. In deren Altarmitte sticht der rührende Anblick des Gnadenbildes der Muttergottes hervor.